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Prüfung mit Laptop - Greifswalder Medizinstudenten müssen jetzt papierlos schwitzen

05.06.2009
Nach erfolgreicher Testphase erfolgt Umstellung auf webbasierte Klausuren

Am Montag, dem 8. Juni, werden rund 160 Medizinstudenten zur Klausur im Hörsaal Nord im Klinikneubau erwartet. Einen Kulli brauchen sie nicht mitzubringen. Stattdessen stehen Laptops bereit.

Schon kurz darauf ist klar, wer sein Testat mit welcher Note gemeistert hat oder nochmal antreten muss. Die webbasierten Klausuren werden automatisch ausgewertet. Nach der erfolgreichen Testphase mit sieben Proberunden werden die Greifswalder Medizinstudenten künftig alle Multiple Choice Prüfungen papierlos ablegen.

Stundenlang Papier zu kopieren und zu sortieren für Klausuren, die dann auch noch zeitaufwändig per Hand ausgewertet werden müssen, gehört in Greifswald der Vergangenheit an. Der Zahnmediziner Dr. Andreas Söhnel (Foto) hat extra für die Prüfungen in der Universitäts- und Hansestadt ein Programm entwickelt. Nur wenige Medizinische Fakultäten in Deutschland arbeiten bereits mit einem Online-Prüfungssystem, so zum Beispiel Heidelberg und Hannover. "Der Erwerb der Software hätte uns rund 300.000 Euro gekostet, weitere hohe laufende Beiträge wären jährlich angefallen", so Studiendekan Prof. Claus-Dieter Heidecke. "Da waren wir froh, auf eigene Kapazitäten zurückgreifen zu können. Das neue Verfahren führt zu einer erheblichen Optimierung des Prüfungsmanagement."

Multiple Choice Prüfungen sind insbesondere in der Medizinerausbildung weit verbreitet. In der Klausurform gibt es zu jeder Frage mehrere vorformulierte Antworten zur Auswahl. Bis zu 100 Fragen sind durchaus üblich, wobei für jede Antwort durchschnittlich 90 Sekunden Zeit ist. "Schummeln wird durch das neue Verfahren fast unmöglich", machte Projektentwickler Dr. Andreas Söhnel deutlich. "Alle Studenten absolvieren zwar die gleiche Klausur, aber die Reihenfolge der Fragen und Antworten wird per Zufallsgenerator durcheinander gewürfelt." Das erfordere absolute Sattelfestigkeit in den abgefragten Inhalten.

"Wir arbeiten ständig daran, die Ausbildungsqualität zu bessern", betonte abschließend der Studiendekan, "was sich auch in den Rankings widerspiegelt. Bei dem jüngsten CHE-Ranking Anfang Mai lagen die Medizin und Zahnmedizin in Greifswald bei der Bewertung der Studiensituation und der Betreuung in der Spitzengruppe der deutschen Universitäten. In der Zahnmedizin im Teilbereich der Lehre haben Jena und Greifswald bundesweit sogar die mit Abstand besten Bewertungen erhalten."

Anmerkung

Am Montag, dem 8. Juni, findet um 8.30 Uhr im Hörsaal Nord im Klinikneubau (Sauerbruchstraße) der erste Durchgang (80 Studenten) einer Anatomie-Prüfung für Studierende des 1. Studienjahres statt. Diese müssen in 45 Minuten zehn Fragen zu medizinischen Fachabbildungen sowie 20 allgemeine Fragen mit jeweils fünf Antwortmöglichkeiten per Laptop beantworten. Im Zeitraum von 8.15 bis 8.25 Uhr besteht die Möglichkeit für Presseaufnahmen.

Ansprechpartner
Universitätsklinikum Greifswald
Studiendekan: Prof. Dr. med. Claus-Dieter Heidecke
Studiendekanat: Petra Meinhardt
Fleischmannstraße 8, 17475 Greifswald
T + 49 3834 86-5008
F + 49 3834 86-5002
E meinhard@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

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