Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der natürlichen Sprache zur Modellierung: Neue IT-Plattform unterstützt Unternehmensabläufe

06.06.2013
Mit der Entwicklung einer anspruchsvollen IT-Plattform, die eine effiziente und zuverlässige Modellierung von Geschäftsprozessen ermöglicht, waren die Bayreuther Master-Absolventen Lars Ackermann und Lutz Lukas beim Absolventenpreis des IT-Clusters Oberfranken erfolgreich.

Sachverhalte, die in natürlicher Alltagssprache beschrieben sind, auf formale Modelle abzubilden, die von Computerprogrammen weiterverarbeitet werden können – dies ist heute für viele Unternehmen eine zentrale Herausforderung.

Ein Beispiel ist die Modellierung von Geschäftsprozessen. Wie diese Prozesse in einem Unternehmen ablaufen und miteinander zusammenhängen sollen, ist häufig in Handbüchern oder Richtlinien dokumentiert. Aber damit eine leistungsstarke Software dazu beitragen kann, dass ein Unternehmen tatsächlich in der gewünschten Weise arbeitet, müssen aus natürlichsprachlichen Beschreibungen formale Modelle gewonnen werden. Diese Modelle müssen bei aller Abstraktion so realitätsnah und flexibel sein, dass sie die zielgenaue Steuerung von Geschäftsprozessen unterstützen können.

Innovative Vorschläge zur Lösung dieses Problems bieten zwei Master-Arbeiten, die an der Universität Bayreuth von Prof. Dr.-Ing. Stefan Jablonski (Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme) betreut wurden. Lars Ackermann und Lutz Lukas – Absolventen des Master-Studiengangs „Computer Science“ – haben in Kooperation mit der PRODATO Process Solutions GmbH, einem aus der Universität Bayreuth hervorgegangenen Start-up in Franken, eine neuartige Plattform entwickelt. „NLToModel“ unterstützt Unternehmen dabei, aus Handbüchern, Arbeitsanweisungen und anderen schriftlichen Dokumentationen erste formale Modelle zu gewinnen; diese bilden dann ihrerseits die Grundlage für eine umfassende Prozessmodellierung, die auf die Geschäftsabläufe des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist.

Mit ihrer anspruchsvollen Entwicklung haben sich die beiden Informatiker aus Bayreuth um den Absolventenpreis des IT-Clusters Oberfranken (ITCO) beworben – und gehörten schließlich zu den Siegern. Beim Finale des Wettbewerbs in Coburg präsentierten sie ihre Arbeit zum Thema „Interaktive Modellextraktion aus natürlichsprachlichen Texten mit semi-automatischer Grammatikgenerierung“. Vor allem der ausgeprägte Praxisbezug ihrer Entwicklung, die sich passgenau auf die Erfordernisse verschiedenartiger Unternehmen anwenden lässt, überzeugte die Fachjury, die aus je vier Hochschul- und Unternehmensvertretern bestand.

Ein wesentlicher Vorteil der Plattform „NLToModel“ besteht darin, dass alle Arbeitsschritte, die von der natürlichen Sprache zur formalen Modellierung führen, für die Unternehmen transparent gestaltet sind. Die Mitarbeiter sind keinem undurchschaubaren Automatismus ausgeliefert, sondern können jederzeit Anpassungen und Optimierungen vornehmen. Um den dabei entstehenden Aufwand zu verringern, unterstützt das System den Anwender auch bei diesen Modifikationen. Zudem haben Lars Ackermann und Lutz Lukas für die Lernfähigkeit des Systems gesorgt. Es kann sich den individuellen Sprachgewohnheiten von Autoren, die für die natürlichsprachlichen Grundlagen zuständig sind, schrittweise anpassen. Des Weiteren ist es imstande, unbeabsichtigte Mehrdeutigkeiten in der natürlichen Sprache zu erkennen und aus dem Kontext heraus richtig zu interpretieren.

„Prozessmodelle können einen erheblichen Beitrag zu einer modernen Unternehmensorganisation leisten, doch gilt der Aufwand immer noch als sehr hoch“, meint Lars Ackermann. „Unsere neue Plattform ist in dieser Situation ein willkommenes Werkzeug, mit dem sich der Weg von der natürlichen Sprache zur formalen Abstraktion deutlich abkürzen lässt – und zwar so, dass die Qualität der Prozessmodellierung dabei tendenziell steigt. In Kooperation vor allem mit mittelständischen Unternehmen wollen wir dieses Werkzeug, das dem Nutzer keine speziellen IT-Kenntnisse abverlangt, weiter ausbauen.“

Ansprechpartner:

Lars Ackermann M.Sc.
Lehrstuhl Angewandte Informatik IV
- Datenbanken und Informationssysteme -
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 55 7624
E-Mail: lars.ackermann@uni-bayreuth.de

Christian Wißler | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten
22.08.2017 | Fraunhofer IPM

nachricht Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement
21.08.2017 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen