Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetfeldsensoren von Saarbrücker Forschern für US-Flughäfen vorgesehen

10.06.2010
Jedes Jahr kommt es auf den Flughäfen weltweit zu mehreren hundert Unfällen, weil Flugzeuge am Boden mit anderen Flugzeugen oder Bodenfahrzeugen kollidieren.

Um solche Unfälle zu verhindern, haben Forscher der Universität des Saarlandes Magnetfeldsensoren entwickelt, die Flugzeuge sicher über die Rollbahn leiten.

Eine Expertengruppe aus den USA hat sich jetzt in Saarbrücken und Frankfurt über die neue Technologie informiert. Sie wird der US-amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde, der Federal Aviation Administration (FAA), empfehlen, die Sensoren für kleine und mittlere Flughäfen in den Vereinigten Staaten einzusetzen.

Ein Flugzeug verändert durch seine Metallteile und Elektronik minimal das Erdmagnetfeld in seiner Umgebung. Die Magnetfeld-Sensoren können diese geringfügigen Veränderungen messen. „Die Sensoren reagieren sehr empfindlich und können Flugzeuge auch aus größerer Entfernung erkennen“ erläutert Uwe Hartmann, Professor für Experimentalphysik der Universität des Saarlandes. „Die Sensoren funktionieren unabhängig von der Witterung, also auch bei Nebel und starkem Regen“, sagt Hartmann. Dies mache sie für kleinere und mittlere Flughäfen interessant, die über keine Bodenradarsysteme verfügen.

Aus diesem Grund informierten sich Experten der US-amerikanischen MITRE-Corporation in Saarbrücken und am Frankfurter Flughafen über den Einsatz der Sensoren auf Flughäfen. Die MITRE-Corporation ist eine führende öffentliche Beratungsinstitution mit etwa 7.000 Wissenschaftlern, die unter anderem für das amerikanische Verteidigungsministerium und die amerikanische Flugaufsichtsbehörde FAA tätig ist. Sie untersucht derzeit im Rahmen des „Remote Tower“-Projektes, wie die Flugsicherheit auch auf kleineren Flughäfen erhöht werden kann. „Die Magnetfeldsensoren können verhindern, dass sich die Flugzeuge auf dem Weg zur Rollbahn zu nahe kommen“, sagt Uwe Hartmann. Sein Team hat die Sensoren im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten ISMAEL-Projektes entwickelt. In einem Pilotprojekt gemeinsam mit Fraport auf dem Flughafen in Frankfurt sowie in Saarbrücken-Ensheim, Thessaloniki und seit kurzem auch Teheran werden sie auf ihre Praxistauglichkeit hin getestet. Die Sensormodule werden jetzt von der saarländischen Firma Votronic in St. Ingbert vermarktet.

„Ein Magnetfeldsensor und die dazugehörige Elektronik sind vergleichsweise kostengünstig und verbrauchen wenig Strom, so dass man sie auch in großflächigen Überwachungssystemen einsetzen kann“, nennt Physiker Hartmann als Vorteil. Im Gegensatz zu Induktionsschleifen, die auf amerikanischen Flughäfen auch eingesetzt werden, müsse man nicht den gesamten Bodenbelag aufreißen, sondern könne die Sensoren in kleinen Löchern in der Erde versenken. Professor Hartmann wurde jetzt von der Federal Aviation Administration eingeladen, auch in den USA die Technologie vorzustellen. „Wenn die Magnetfeldsensoren künftig auf amerikanischen Flughäfen eingesetzt werden, ist das ein schönes Beispiel dafür, wie aus einem europäischen Projekt zur Grundlagenforschung ein marktreifes Produkt hervorgehen kann“, freut sich der Saarbrücker Physiker.

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Uwe Hartmann
Lehrstuhl für Nanostrukturforschung und Nanotechnologie
Universität des Saarlandes
Tel. 0681 / 302 3799
E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studenten der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/fak7/hartmann/
http://www.ismael-project.net
http://www.uni-saarland.de/pressefotos

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung