Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leuchtmarker für den Produktfälschungsschutz: Verfahren für Privatkunden anwendbar machen

08.05.2014

Um Produktpiraterie zu verhindern, markieren einige Industriebtriebe Originalprodukte mit fälschungssicheren Leuchtstoffen.

Dass diese Methode auch für Privatkunden interessant sein kann, um Produkte auf Echtheit zu überprüfen, haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum belegt. Das Team vom Lehrstuhl Photonik und Terahertztechnologie zeigte, dass der entscheidende Test prinzipiell mit einem Smartphone durchführbar ist. Bislang waren dafür teure Spezialgeräte erforderlich.

Leuchtpigmente sind fälschungssicher

Die industriell eingesetzten Leuchtmarker funktionieren wie die grüngelben Leuchtsterne, die man oft in Kinderzimmern findet. Scheint Licht darauf, laden sie sich auf und leuchten im Dunkeln nach. Jeder Farbstoff besitzt ein charakteristisches Nachleuchtverhalten, das von den genauen Bedingungen, etwa der Temperatur, bei seiner Herstellung abhängt. Auch wenn zwei Fuhren eines Markers die gleiche chemische Struktur besitzen, kann das Nachleuchtverhalten variieren – zum Beispiel aufgrund der Partikelform und -größe. Enthält ein Produkt einen bestimmten Farbstoff, muss der Käufer nur herausfinden, ob seine Ware den Originalmarker trägt. Dafür bräuchte es eine Datenbank, in der die Marker für alle Originalprodukte hinterlegt sind.

Ein paar Sekunden Handyvideo reichen für die Auswertung

Per Handyanalyse konnten die RUB-Forscher Dr. Carsten Brenner und Daniel Althoff 20 verschiedene Leuchtmarker mit teils sehr ähnlichem Nachleuchtverhalten auseinanderhalten. Dazu filmten sie die leuchtenden Pigmente fünf bis zehn Sekunden lang mit der Kamera eines iPhone und werteten die Daten mit einer eigens dafür programmierten Smartphone-App aus. Zunächst nutzten sie energiereiche UV-Strahlung, um die Farbstoffe aufzuladen. Weitere Tests ergaben jedoch, dass das Aufladen prinzipiell auch mit einer Handy-LED funktioniert. Fazit: Alles, was es für die Analyse braucht, bringt ein modernes Handy mit sich.

Vorteile gegenüber Barcode-Verfahren

Das Leuchtstoffverfahren halten die RUB-Wissenschaftler für sicherer als andere Methoden zum Fälschungsschutz, etwa die Produktserialisierung mit Barcodes, die für Medikamente beschlossen wurde. „Ein Barcode lässt sich leicht kopieren und auf andere Packungen drucken“, warnt Daniel Althoff. „Natürlich fällt das irgendwann auf, aber bis dahin hat ein Betrüger vielleicht schon viel verkauft.“ Leuchtstoffe hingegen lassen sich nicht so einfach nachmachen, aber mit einfachen Mitteln auswerten. Der Einsatz der Smartphonetechnik bringt dabei einen weiteren Vorteil mit sich, nämlich die Anbindung an das Internet. So könnte man unterschiedliche Verfahren zum Fälschungsschutz miteinander kombinieren, etwa die Leuchtstoffmarkierung und eine Serialisierung mit Barcodes.

Vollständiger Beitrag mit Bildern im Netz

Ein ausführlicher Bericht zum Forschungsprojekt von Carsten Brenner und Daniel Althoff findet sich im Wissenschaftsmagazin „RUBIN“: http://rubin.rub.de/de/leuchtende-pigmente-gegen-produktpiraterie.

Weitere Themen in „RUBIN“

Die aktuelle Ausgabe von „RUBIN“ beschäftigt sich unter anderem auch mit der Sicherheit der Smartphone-Technik, zum Beispiel dem Pattern-Login bei Android-Geräten. IT-Forscher an der RUB entwickeln außerdem Tools, die potenziell gefährliche Apps detektieren: http://rubin.rub.de/de/gratis-apps-mit-folgekosten. Ein weiteres Team vom Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit der RUB beschäftigt sich mit Datenschutzproblemen beim Laden von Elektroautos. Nutzer dieser Technologie könnten beim Laden ähnlich wie mit dem Handy eine Datenspur hinterlassen: http://rubin.rub.de/de/ich-weiss-wo-du-letzten-sommer-geladen-hast.

Weitere Informationen

Dr. Carsten Brenner, Lehrstuhl für Photonik und Terahertztechnologie, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23397, E-Mail: carsten.brenner@rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mit wenigen Klicks zum Edge Datacenter
18.02.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Fingerabdrücke der Quantenverschränkung
15.02.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics