Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales Forschungsprojekt »Monica«: Mehr Sicherheit und Service für Großveranstaltungen

20.12.2016

Die Stadt Bonn beteiligt sich am europäischen Forschungsprojekt »Monica« unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin. Das Projekt erprobt und entwickelt speziell an die Anforderungen ausgewählter Großveranstaltungen in den teilnehmenden Städten angepasste Beschallungstechnik, Sicherheits- und Servicesysteme.

Mit »Monica« (Management Of Networked IoT Wearables – Very Large Scale Demonstration of Cultural & Security Applications) soll ein internationaler Schutzschirm für Großveranstaltungen aufgespannt werden. In ganz Europa werden Veranstaltungen unter freiem Himmel immer beliebter, zugleich steigen aber auch die Anforderungen an die Organisatoren, etwa in Sachen Lärmschutz und Sicherheit.

Beteiligt an dem Projekt sind neben Bonn die Städte Kopenhagen, Hamburg, Leeds, Turin und Lyon. Dort wollen die Forscher neueste Sensortechnik und andere Technologien in tragbaren Geräten, wie etwa Armbändern, Smartphones und Brillen, mit stationären Geräten vernetzen, um den Service und die Sicherheit bei Großveranstaltungen deutlich zu erhöhen.

Unter anderem sollen zielgenaue Lautsprecher die Musik in der gewünschten Lautstärke zu den Besucherinnen und Besuchern bringen und gleichzeitig den Lärm für Anwohner merklich reduzieren. Außerdem sollen Besucherströme digital erfasst werden, um sie im Ernstfall schneller und sicherer leiten zu können.

Unter dem Motto »Ludwig nimmt die Treppe« hatten das Fraunhofer FIT und das Referat Stadtförderung der Stadt Bonn schon 2015 zusammengearbeitet: Während des Beethovenfestes trug eine »Klangtreppe« am Bonner Stadthaus erfolgreich zum Energiesparen bei, weil viele Besucher auf die bequeme, aber stromfressende Rolltreppe verzichteten. Aufgrund der guten Zusammenarbeit nahmen die Forscher bei der Suche nach Partnern für »Monica« erneut Kontakt mit der Stadtförderung auf.

>>Pützchens Markt und Rhein in Flammen im Fokus

Untersuchungsgegenstand von »Monica« sind in der Beethovenstadt vor allem die populären Freiluft-Veranstaltungen, wie Pützchens Markt und Rhein in Flammen, die jährlich von weit über einer Million Menschen besucht werden. Die Stadtverwaltung bringt ihre langjährige Erfahrung im Veranstaltungsmanagement in das Forschungsprojekt ein, die Experten aus dem Projekt die neuesten Erkenntnisse und Technologien. Zum Bonner »Monica«-Team gehören zunächst die Bürgerdienste mit Ordnungsamt und dem Leistungszentrum Märkte, sowie Feuerwehr und das Referat Stadtförderung.

Das Projekt wird von der Europäischen Kommission mit rund 15 Millionen Euro gefördert. Bonn erhält Fördermittel in Höhe von rund 450 000 Euro aus dem EU-Forschungsprogramm Horizont 2020. Eine Kostenbeteiligung der Stadt ist nicht erforderlich. Mit dem Geld aus Brüssel hat die Stadtverwaltung die Möglichkeit, für die internationale Zusammenarbeit notwendiges Personal und damit verbundene Dienstreisen zu finanzieren. Die Mittel erlauben außerdem die Anschaffung von Geräten und Instrumenten und den Ausgleich des entstehenden Verwaltungsaufwands.

Stadtdirektor Wolfgang Fuchs freut sich über die Bonner Beteiligung an dem europäischen Projekt: »Ein großer Vorteil liegt für uns darin, dass wir von den Ergebnissen von Monica profitieren und Erkenntnisse als Projektpartner schnell umsetzen können«. Aber nicht nur die Technik ist für den Stadtdirektor interessant, sondern auch der kommunale Erfahrungsaustausch mit Städten wie Kopenhagen oder Hamburg zum Thema Veranstaltungen.

>>EU setzt bei »Monica« auf Technikexperten aus Industrie und Wissenschaft

Die EU baut bei »Monica« auf ein Konsortium von Technik-Experten aus Industrie und Wissenschaft. Neben den Spezialisten vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin ist die Technische Universität Kopenhagen mit Experten für Sound-Optimierung dabei. Die Wissenschaftler der Londoner Kingston Universität steuern ihr Know-How zum Thema Sicherheit bei. Hersteller von Drohnen, High-Tech-Brillen und smarten Armbändern aus Italien, Frankreich und den Niederlanden sind ebenfalls für »Monica« im Einsatz.

»Monica« startet im Januar 2017 mit einer Eröffnungsveranstaltung im Schloss Birlinghoven, bei der alle europäischen Experten erstmals zusammenkommen. Die Projektlaufzeit endet im Dezember 2020, so dass das Jubiläumsjahr aus Anlass des 250. Geburtstages Ludwig van Beethovens einbezogen werden kann.

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie