Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"HoloLens" verbessert Augmented Reality (AR)

28.08.2017

Dem Holodeck aus der Star-Trek-Welt ein wenig näher gekommen, ist Dr. Ernst Kruijff vom Institute of Visual Computing (IVC) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS). Gemeinsam mit Partneruniversitäten aus den USA und Japan arbeitet er seit kurzem an einem Projekt auf dem Gebiet der Augmented Reality (AR), bei dem die „HoloLens“ zum Einsatz kommt. Diese Brille projiziert dreidimensionale Inhalte in die reale Umgebung des Nutzers, die dieser interaktiv bedienen kann, und ist kleiner als das Vorgängermodell.

Neu an dem Projekt ist, dass Nutzer dieser sogenannten Mixed-Reality-Brille neben den visuellen auch auditive und taktile Reize erhalten sollen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt drei Jahre lang mit rund 520.000 Euro.


Augmented Reality mit der "HoloLens"

Quelle: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Jetzige AR-Brillen haben ein relativ kleines Sichtfeld, die Menge der Informationen aber steigt mit der Komplexität der Anwendungen. Erfahrungswerte zeigen, dass die Fülle von Bildinformationen eher reduziert werden muss, damit sie gewinnbringend verarbeitet werden kann, ohne dass die Verständlichkeit oder Bedienbarkeit leidet.

Das Team um Dr. Ernst Kruijff, Interimsprofessor für interaktive Umgebungen an der H-BRS, will dies ändern. Der neuartige Ansatz kombiniert Augmented Reality mit multisensorischem Feedback. Für die Wissenschaftler bedeutet dies, visuelle Reize und andere Informationen teilweise in taktile oder auditive Inhalte zu übersetzen.

Eine Forschungsfrage in diesem Zusammenhang ist, ob der Nutzer Informationen mit multisensorischem Feedback besser verarbeiten kann. Diese Informationen können zum Beispiel durch eine leichte Vibration, ähnlich einem leichten Kribbeln am Kopf, weitergegeben werden.

Die Vibration kann von verschiedenen Seiten kommen, um dem Nutzer mitzuteilen, in welcher Richtung weiterführende Informationen zu finden sind. Um zu bestimmen, welche Information übersetzt werden sollen, kommt das sogenannte Eye-Tracking zum Einsatz. Eye-Tracking berechnet die Blickrichtung des Nutzers, um zu verstehen, welche Objekte der Nutzer fokussiert, um ihm daraus resultierend die passenden Informationen zu geben.

„Obwohl Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten von AR in hohem Maße von der visuellen Wahrnehmung abhängen, gibt es bislang dazu recht wenig Forschungsvorhaben“, sagt Dr. Ernst Kruijff. „Wir leisten mit dem Projekt einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung auf dem Gebiet der multisensorischen Darstellung von Informationen in AR-Systemen. Die erwarteten Ergebnisse sind für verschiedenste Applikationen und Systeme von großem Interesse“, so Kruijff weiter.

Kruijffs Team wird den neuen Ansatz sowohl unter kontrollierten Laborbedingungen als auch in Feldversuchen testen: Im Herbst 2017 reist das Forschungsteam zu diesem Zweck an die Columbia University/New York und an die Mississippi State University. Mit im Gepäck: ein neuer Prototyp der AR-Brille mit Eye-Tracking.

Kontakt
Dr. Ernst Kruijff
Fachbereich Informatik der H-BRS
Tel. 02241/865-9616
E-Mail: ernst.kruijff@h-brs.de

Eva Tritschler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-bonn-rhein-sieg.de/

Weitere Berichte zu: AR Augmented Reality DFG Eye-Tracking Grundlagenforschung Vibration

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik