Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochleistungsrechner auf Spitzenniveau

10.06.2010
Der bis Herbst entstehende ‚LOEWE-CSC‘ gehört zu den schnellsten und energieeffizientesten Rechnern der Welt

Die Konstruktion des Hessischen Hochleistungsrechners der Goethe-Universität „LOEWE-CSC”, der auf einer innovativen verteilten Rechnerarchitektur basiert, hat begonnen. Der Rechner hat eine theoretische Spitzenrechenleistung von 599 TeraFlops (599 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) in doppelter Genauigkeit und 2250 TeraFlops in einfacher Genauigkeit.

Im Vergleich zu den 500 schnellsten Rechnern der Welt (www.top500.org) würde die Spitzenrechenleistung des LOEWE-CSC heute zu den 15 schnellsten Rechnern der Welt gehören. Die Inbetriebnahme beginnt im Sommer, wobei mit einem Regelbetrieb ab Herbst gerechnet wird.

„Mit dem LOEWE-CSC beginnt eine neue Ära des Höchstleistungsrechnens an der Goethe-Universität“ erklärt Prof. Volker Lindenstruth vom Lehrstuhl für Hocchleistungsrechnerarchitektur an der Goethe Universität, der die Rechnerarchitektur erdacht hat. „Der LOEWE-CSC erlaubt es, eine große Zahl interdisziplinärer und heterogener wissenschaftlicher Anwendungen auf ganz neuen Skalen zu rechnen, und das mit hervorragender Energie Effizienz“, so Lindenstruth.

Zu den Wissenschaftlern der Goethe-Universität und des Landes Hessen, die für ihre Arbeit eine hohe Rechnerleistung benötigen, gehören Physiker, Klimaforscher, Chemiker, Lebenswissenschaftler und Informatiker. Beteiligt sind die vom Land Hessen geförderten LOEWE Zentren „Biodiversität und Klima“ sowie das „Helmholtz International Center for FAIR“ (HIC for FAIR), und die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekte: Excellenzcluster „Macromolekulare Komplexe“, der Transregio Sonderforschungsbereich „Systeme kondensierter Materie“ sowie der Frankfurter Bernstein Fokus für Neurotechnologie. Auch das Land Hessen selbst und die Hessische Quantenchemie Initiative unterstützen den Bau des Hochleistungsrechners.

„Auf diesen Rechner können nun erstmalig realistische Berechnungen von komplexen Fragestellungen der modernen Physik angegangen werden: Wie und warum explodiert ein Stern in Form einer Supernova? Wie wurden die Bestandteile der Atome, die Protonen und Neutronen, kurz nach dem Urknall erzeugt?“, so Prof. Carsten Greiner, Wissenschaftlicher Direktor des HIC for FAIR LOEWE Projektes in Frankfurt.

„Der neue Hochleistungsrechner LOEWE-CSC bietet allen interessierten Forschergruppen in Hessen eine Infrastruktur für das wissenschaftliche Rechnen. Damit hat Hessen auf diesem Gebiet gegenüber vielen anderen Bundesländern aufgeschlossen“, urteilt Prof. Hans Jürgen Lüdde, Mitglied im hessischen Landesbeirat für Hochleistungsrechnen.

Die Firma Cluster Vision liefert für das verteilte Cluster System 20.768 Prozessor Kerne, 772 Graphik Hardware Beschleuniger und insgesamt zwei Petabytes Massenspeicher. Die Rechenknoten mit bis zu 48 Prozessorkernen werden von der Firma SuperMicro gefertigt. Als Hochleistungsnetzwerk wird Mellanox QDR InfiniBand eingesetzt. Der Rechner hat eine maximale Leistungsaufnahme von knapp 500 Kilowatt und wird nach dem Frankfurter Green-IT Konzept der Goethe-Universität betrieben. Infraserv Höchst, die Betreibergesellschaft des Standorts, entwickelte zu diesem Zweck ein Kühlsystem basierend auf dem Green-IT Konzept der Goethe Universität, das einen Energieaufwand von weniger als 10 Prozent der Nutzleistung erfordert (bisher typische Werte liegen bei 40-100 Prozent).

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Goethe-Universität von den Vorteilen unseres Standorts überzeugen konnten“, sagte Infraserv-Geschäftsführer Dr. Roland Mohr. „Die im Industriepark Höchst vorhandene Infrastruktur, die Gesamteffizienz und Kostenvorteile in der Energienutzung und nicht zuletzt unser Know-how in der Entwicklung und dem Betrieb maßgeschneiderter Hochleistungskühlungssysteme ermöglichte es, innerhalb kurzer Zeit eine individuell auf die Bedarfe des Großrechners konzipierte Lösung auszuarbeiten, die der Universität eine hohe Effizienz im Betrieb ihres Rechners gewährleistet.“

Das Hessische Hochleistungsrechenzentrum (HHLR-GU) der Goethe-Universität koordiniert alle Hochleistungsrechner-Aktivitäten der Goethe-Universität. Betrieben werden die Rechner vom Center for Scientific Computing (CSC), einer gemeinsamen Initiative von Forschergruppen aus der Physik, Chemie, Biochemie, Pharmazie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik. Neben der Betriebsverantwortung für die Hochleistungsrechner der Goethe-Universität organisiert das CSC den interdisziplinären Master Studiengang für wissenschaftliches Rechnen.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 – 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie