Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größere Speicher durch kleine Poren

17.03.2010
Ein neues von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt an der Professur für Oberflächen- und Grenzflächenphysik der TU Chemnitz untersucht Möglichkeiten, mithilfe von Nanoporen neuartige Speicherbausteine zu erzeugen

Im Projekt "Ummagnetisierungsprozesse in Film-Nanostruktur-Architekturen" geht die Professur Oberflächen- und Grenzflächenphysik der TU Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Manfred Albrecht der Frage nach, wie mithilfe der winzigen Strukturen Riesenspeicher realisiert werden können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt drei Jahre lang mit 180.000 Euro.

Den Aufbau einer herkömmlichen Festplatte kann man sich als Verknüpfung vieler kleiner Körnchen vorstellen, die genau zwei magnetische Zustände aufweisen können - je nachdem, ob ihr Süd- oder ihr Nordpol senkrecht nach oben gerichtet ist. Entsprechend dieser Orientierung nehmen die magnetisierten Teilchen die binären Werte "Null" oder "Eins" an. Um auf kleiner werdenden Flächen immer mehr Daten speichern zu können, muss man die Dichte dieser Körnchen erhöhen. In der Vergangenheit wurden dazu die Durchmesser der Teilchen stark verkleinert, was jedoch Schwankungen in deren Orientierung mit sich brachte und letztlich einen Datenverlust zur Folge haben konnte. "In einem viel versprechenden Konzept verwenden wir nun einen magnetischen Film, der auf ein Netzwerk von Nanoporen aufgedampft wird. Dieser ist zur Ebene des Netzwerks senkrecht magnetisiert", erklärt Albrecht. Diese so genannte magnetische Anisotropie, also die Richtungsabhängigkeit der magnetischen Momente, kann von den Wissenschaftlern gezielt variiert werden. "Eine besonders hohe Steifigkeit erreichen wir bei den von uns verwendeten Cobalt-Platin-Legierungen", so Albrecht.

Die kleinsten Speicherzellen des Filmmaterials tendieren dazu, sich beim Beschreibungsvorgang - also bei der Ummagnetisierung - des Datenträgers auszubreiten. "Durch das verwendete Nanonetzwerk werden die Speicherzellen daran gehindert, weiter zu wachsen. Sie dehnen sich idealerweise lediglich bis zu einem Loch in der Netzstruktur aus und bleiben dann an diesem hängen. Damit können wir sehr viele winzig kleine Speicherbausteine realisieren", beschreibt Albrecht den Prozess. Diese Kombination von magnetischen Funktionsschichten mit unterschiedlichen Netzwerken aus Nanostrukturen wird in der Fachsprache als "Percolated Media" bezeichnet und weltweit untersucht. "Dieses Konzept besitzt eine enorme technologische Bedeutung für die zukünftige Datenspeicherung. Es gibt auf diesem Forschungsgebiet noch viele Ungewissheiten und Probleme, aber das ist gerade die spannende Herausforderung", so Albrecht.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Manfred Albrecht, Telefon 0371 531-36831, E-Mail manfred.albrecht@physik.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics