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Gemessene Qualität – was macht Banknoten sicher?

25.01.2013
An der Hochschule OWL ist ein neues Projekt zur Banknotensicherheit gestartet: Professor Volker Lohweg vom Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) erhält 1,2 Mio. Euro, um die Forschung an Banknoten weiter voranzutreiben.

Die Arbeitsgruppe für Dokumentensicherheit erweitert damit die Zusammenarbeit im Bereich Bildverarbeitung zur Authentifikation von Banknoten mit dem Schweizer Unternehmen KBA-NotaSys aus Lausanne.


Mit optischen Verfahren können Fälschungen von echten Banknoten unterschieden werden.
HS OWL

In der aktuellen Forschung steht die Druckqualität im Mittelpunkt: Lässt sich Sicherheit messbar machen?

Immer schnellere Innovationszyklen, die zunehmende Globalisierung und das Zusammenwachsen verschiedener Technologien zu integrierten Lösungen stellen Unternehmen der Banknotenproduktion und -distribution vor immer neue Herausforderungen. Professor Volker Lohweg, Vorstandsmitglied im inIT und Leiter der Arbeitsgruppe Bildverarbeitung und Informationsfusion, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Produktion und der anschließenden Verarbeitung von Banknoten. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen KBA-NotaSys S.A. wird nun das Projekt „Sound-of-Intaglio-Banknotenauthentifikation“ um das Thema Qualitätsinspektion erweitert.

„Wir untersuchen Strategien und Methoden neuer Mustererkennungskonzepte, die für die Banknotenauthentifikation und Qualitätsinspektion notwendig sind“, erläutert Lohweg. „Hierfür spielt das Design von Banknoten eine große Rolle“. Das Projekt wird vom Perception Lab der Hochschule OWL unterstützt. Im Rahmen von Designanalysen werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dort unter der Leitung von Professor Ulrich Nether Erkenntnisse über die Wahrnehmung von Banknoten gewinnen.

Die Technik für die Herstellung moderner, fälschungssicherer Banknoten macht eine rasante Entwicklung durch und erfordert ein ganz spezielles Know-how. „Das auf zwei Jahre angelegte Projekt soll die Möglichkeiten des bereits Erforschten noch deutlich erweitern. Wir wissen uns bei den Bildverarbeitungsspezialisten um Professor Lohweg in guten Händen“, so Johannes Schaede, Technischer Direktor und Vorstand bei KBA-NotaSys.

Sound-of-Intaglio
Sound-of-Intaglio ist eine auf Bildverarbeitungsalgorithmen basierende, zum Patent angemeldete Technik zur Erkennung von Stahlstichstrukturen (Intaglio) und anderen Druckverfahren. Sie detektiert, einer Schallplatte ähnlich, Informationen, die dem reliefartigen Druck zugrunde liegen, um echte von gefälschten Banknoten zu unterscheiden. Die Technik ist sowohl auf neuen als auch auf gebrauchten Scheinen anwendbar. Im Jahr 2012 wurde von den Projektpartnern gezeigt, dass auch handelsübliche Smartphones für diese Technik genutzt werden können, wenn auch eine derartige Anwendung erst in einer späteren Phase in Kooperation mit den entsprechenden Zentralbanken möglich ist. Das Verfahren unterstützt maßgeblich die Authentifikation von Banknoten und wird zu Zeit in verschiedenen Szenarien mit weiteren Partnern aus dem Bereich Bankautomaten evaluiert.

KBA-NotaSys S.A. ist das weltweit führende Unternehmen von Sicherheitsdrucksystemen für die Banknotenindustrie. Der Hauptgeschäftsbereich erstreckt sich vom Banknotendesign über die Druckvorstufe, Entwicklung und Herstellung von Banknotenproduktionsmaschinen, bis hin zu Systemen und Werkzeugen der Prozesssteuerung, der optischen Inspektion von Banknoten und ihrer Qualitätssicherung.

Julia Wunderlich | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-owl.de

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