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Forscher entwickeln durchsichtigen Speicherchip

11.12.2008
Unsichtbare Integration von Elektronik in Glasplatten möglich

Einer Gruppe südkoreanischer Wissenschaftlern vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) ist es gelungen, einen Computer-Chip zu konstruieren, der vollständig durchsichtig ist.

Damit wurde der weltweit erste funktionierende Speicherchip umgesetzt, der zur Gänze aus transparenten Materialien besteht. Die Entwickler berichten von der "Transparent Resistive Random Access Memory" (TRRAM) genannten Technologie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals Applied Physics Letters.

Der neue Chip ist von der Bauart her vergleichbar mit der CMOS-Technologie, die zur Herstellung integrierter Schaltungen verwendet wird. Die TRRAM-Chips sind nichtflüchtige Speicher, behalten die Daten also auch, wenn kein Strom angelegt ist. Technisch baut die neue Chiptechnologie auf bereits existierender RRAM-Technik auf, die sich derzeit ebenfalls in der Entwicklung für künftige Speicheranwendungen befindet. Mit dieser Technologie wurde die Vorarbeit für die aktuelle Entwicklung geleistet, denn RRAM ist bereits in einem hohen Maße transparent.

Die Koreaner wollen sich jedoch nicht bloß auf die Durchsichtigkeit ihrer Entwicklung beschränken. Ferner arbeiten sie an Möglichkeiten, wie flexible Materialien beim Bau eingesetzt werden können. "Diese Chips sind ein Meilenstein bei der Entwicklung transparenter Elektronik", sagt Jung Won Seo, einer der Autoren des wissenschaftlichen Artikels in Applied Physics Letters. Durch die Intergration von transparenten elektronischen Bauteilen wird es möglich integrierte Systeme unsichtbar zu verbauen", so der Physiker. Denkbar wären beispielsweise durchsichtige Monitore, bei der die unsichtbare Elektronik in das Glas eingearbeitet ist.

Laut den Koreanern ist die Herstellung der TRRAM-Bausteine einfach und kostengünstig zu realisieren. Der Grund liegt darin, dass jedes transparente Material sowohl als Basissubstrat als auch als Elektrode verwendet werden kann. Auf den Markt könnten die Chips in etwa drei bis vier Jahren kommen. In jedem Fall sind sich die Wissenschaftler sicher, dass die Elektronik mithilfe der durchsichtigen TRRAM-Bausteine in völlig neue Anwendungsbereiche vorstoßen werde.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.kaist.edu

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