Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Fingerfertigkeit durch den Datendschungel

14.12.2009
Multi-Touch hält Einzug in die Arbeitswelt. Das Fraunhofer IAO unterstützt Unternehmen dabei, die Technologie für sich nutzbar zu machen. Zum einen mit einer speziellen Entwicklungsplattform für Multi-Touch-Anwendungen, zum anderen mit einer Studie, die umfangreiches Basiswissen und mögliche Einsatzgebiete der Technologie vermittelt.

Mit schnellen Handbewegungen schiebt Tom Cruise in dem Hollywood-Thriller "Minority Report" riesige Datenmengen auf einer halbtransparenten Scheibe hin und her, zoomt sich Bilder heran und sortiert Informationen aller Art. Was 2005 noch Science Fiction war, hält mittlerweile Einzug in die Arbeitswelt: Für Powerpoint existiert etwa eine Anwendung, mit deren Hilfe Präsentationsinhalte intuitiv während des Vortrags mit Steuerungsgesten etwa herangezoomt und im Detail erörtert werden können.

Doch um erfolgreich Multi-Touch-Lösungen für den Unternehmenseinsatz zu realisieren oder in IT-Landschaften zu integrieren, müssen zunächst softwaretechnische Hürden genommen werden. Denn erstmals gilt es, Anforderungen aus zwei bislang weitgehend getrennten Softwarewelten miteinander zu verknüpfen: Einerseits die der Unternehmensanwendungen aus der klassischen Server- und Desktop-Applikationsentwicklung und andererseits die der Computergrafik, die bisher eher Bereichen wie der Spieleentwicklung zugeordnet waren. Die Konsequenz: Gängige Toolkits, Bibliotheken und Designansätze sind in der Regel nur bedingt auf die Entwicklung von Multi-Touch-Lösungen übertragbar.

Das Fraunhofer IAO berät und unterstützt Unternehmen und Organisationen dabei, Multi-Touch-Anwendungen zu realisieren oder nutzbar zu machen. Zum einen mit einer kostenlosen Studie, die einen umfassenden Überblick über die Multi-Touch-Technologie, Hard- und Software sowie häufige Anwendungsszenarien gibt. Die Studie steht im Internet unter www.mt2009.iao.fraunhofer.de zur Verfügung. Zum anderen mit einer speziellen Entwicklungsplattform für Multi-Touch-Anwendungen: "Multi Touch for Java" kurz MT4j.

Die Plattform basiert auf Open Source-Komponenten und ist ebenfalls als Open Source unter www.MT4j.org frei verfügbar. MT4j vereinfacht und unterstützt die Entwicklung von Multi-Touch-Lösungen für gängige PC-Hardware und PC-Betriebssysteme wie Microsoft Windows und Linux. Damit wird es möglich, die Hardwarebeschleunigung moderner Grafikkarten auch im Bereich der Unternehmensanwendungen voll auszunutzen. Für die Multi-Touch-Steuerung kann so auch aufwändige zwei- und dreidimensionale Computergrafik eingesetzt werden. Weil MT4j die weit verbreitete Programmiersprache Java verwendet, kann die Plattform von einer großen Entwicklergemeinde genutzt werden.

Funktionalitäten wie etwa die Auswertung von Steuerungsgesten sind bereits in die Plattform integriert. Zudem ist eine Vielzahl von Oberflächenkomponenten hinterlegt, aus der die Benutzungsschnittstellen für einzelne Multi-Touch-Anwendungen zusammengesetzt werden können. MT4j ist modular aufgebaut und damit einfach erweiterbar. Die Plattform unterstützt viele gängige Formate und Standards wie etwa SVG, OBJ, 3DS, zahlreiche Grafikformate und das TUIO- Protokoll.

Ansprechpartner
Fraunhofer IAO
Uwe Laufs
Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-2120
uwe.laufs@iao.fraunhofer.de

Claudia Garád | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iao.fraunhofer.de/
http://www.mt2009.iao.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie 4.0: Fremde Eindringlinge im Unternehmensnetz erkennen
16.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Die Thermodynamik des Rechnens
11.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics