Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feedback zum Anziehen - Halbzeit im EU-Projekt EASY-IMP

17.07.2015

Spezialisten für Sensorik, Informatik, Biomechanik, Rehabilitation und Sport arbeiten seit 21 Monaten an neuen Konzepten für Smarte Kleidung. Unter der Federführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz entwickelt ein internationales Team aus zwölf Organisationen Produkte, die einzelne Kundinnen und Kunden an ihre Bedürfnisse anpassen können.

Ähnlich dem Konzept eines Smartphones, dessen Nutzen für den Anwender erst durch verschiedene Apps entsteht, kann man bei diesen sogenannten Metaprodukten Einstellungen individualisieren. Durch die Übertragung dieser Funktionen auf bislang statische Geräte und in Kombination einer speziellen Cloud-Lösung, ermöglicht EASY- IMP so vielfältige neue Anwendungen in Sport, Gesundheit und Computerspielen.


EASY-IMP in der Rehabilitation

DFKI

Im Mai 2015 fand in Brüssel zur Halbzeit des Projekts eine Begutachtung statt. Die verantwortlichen Ingenieure, Wissenschaftler und Bekleidungshersteller präsentierten einem internationalen Expertengremium die Fortschritte des Projekts und führten erste prototypische Anwendungen aus vier ausgewählten Beispielszenarien vor. Sobald die Produkte marktreif sind, sollen sie von den Industriepartnern vertrieben werden.

Ein Beispiel ist der Medizin-Pilot zur Rehabilitation: Über das Internet passt der Patient gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt einen kardiologischen Brustgürtel an, der schon im Vorfeld speziell nach den Bedürfnissen des Patienten hergestellt wird. Unter ärztlicher Aufsicht absolviert der Patient in einem Reha- Zentrum zunächst eine Trainingseinheit.

Die Daten der in den Brustgürtel eingebauten Sensoren werden dabei via Bluetooth auf das Smartphone des Patienten übertragen. Eine mobile App erkennt die Ausführung und Intensität des Trainings und wertet diese aus. Unabhängig davon, ob der Patient seine Übungen zu Hause oder in einer Rehabilitationseinrichtung durchführt, können Mediziner und Physiotherapeuten die Fortschritte online überwachen und Empfehlungen für die weitere Vorgehensweise direkt an den Patienten senden. Weitere Pilotszenarien werden für Sportanwendungen und Computerspiele entwickelt.

Um die Infrastruktur der Zusammenarbeit zu erleichtern, wurde ein Cloud- System entworfen, das die Handhabung des Datenverkehrs optimiert. Über die webbasierte Plattform entwickelten die beteiligten Partner in Teamarbeit die neuen Konzepte.

Hierbei stellte man die Produktionsplanung, die Serviceintegration und den Umfang der neuen Produkte und Anwendungen in den Mittelpunkt. Dazu gehören etwa Designmöglichkeiten, installierbare Komponenten oder auswählbare Materialien und Sensoren. Der Kunde selbst stellt dann die Funktionalitäten nach seinen persönlichen Bedürfnissen und Wünschen ein.

Der DFKI- Forschungsbereich Erweiterte Realität unter der Leitung Prof. Dr. Didier Stricker befasst sich mit der Anbindung der Sensoren an mobile Geräte, der Auswertung der Sensordaten sowie der Gestaltung der Benutzeroberflächen auf dem Smartphone. Außerdem haben die Wissenschaftler und Ingenieure aus Kaiserslautern eine Software zur Optimierung und Evaluierung der sensorischen Kleidung in einer virtuellen Umgebung entwickelt.

Neben dem DFKI gehören elf weitere Organisationen dem Konsortium an: Atos Spain S.A. (Spanien), Interactive Wear AG (Deutschland), Université Lumière Lyon (Frankreich), Athens Technology Center S.A. (Griechenland), Hypercliq Limited Partnership (Griechenland), Instituto De Biomecanica De Valencia (Spanien), Smart Solutions Technologies S.L (Spanien), Timocco LTD (Israel), Sylvia Lawry Center for Multiple Sclerosis Research Foundation (Deutschland), Ljubljana Rehabilitation Institute (Slowenien), Federation of the European Sporting Goods Industry (Belgien).

Weitere Informationen auf der Projektwebseite:
  www.easy-imp.eu

Kontakt:
Dr. Norbert Schmitz
Forschungsbereich Erweiterte Realität
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: 0631 20575 3670
E-Mail: Norbert.Schmitz@dfki.de

Pressekontakt:
Christian Heyer
Unternehmenskommunikation DFKI Kaiserslautern
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: +49 631 205 75-1710
E-Mail: uk-kl@dfki.de

Udo Urban | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops