Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FAU bündelt Kompetenzen zum wissenschaftlichen Rechnen

02.03.2011
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat ein Zentralinstitut für Scientific Computing (ZISC) gegründet.

Dieses Zentralinstitut für Wissenschaftliches Rechnen hat im Januar im neuen Dekanatsgebäude der Technischen Fakultät in der Martensstraße in Erlangen seine Räume bezogen. Hier werden künftig Mitarbeiter verschiedener Lehrstühle und Institutionen gemeinsam an komplexen Simulationsaufgaben arbeiten.

Geschäftsführer des ZISC ist der 31 Jahre alte Informatiker Dr. Klaus Iglberger.
Die Notwendigkeit, ein derartiges Kompetenzzentrum ins Leben zu rufen, begründet Dr. Iglberger mit der enormen Leistungssteigerung von Computern um den Faktor Eintausend innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Als Folge dieser Leistungssteigerung nutze beispielweise die Automobilindustrie heutzutage vermehrt die Möglichkeiten der virtuellen Simulation, um die Anzahl nötiger Crash-Tests zu minimieren. Möglich seien, so der Wissenschaftler, nun auch komplexe virtuelle Experimente in der Astronomie. Diese rasante Entwicklung hat sich laut Dr. Iglberger auch gravierend auf die Arbeit der Wissenschaftler ausgewirkt, die im Bereich der numerischen Simulation, das heißt der mathematisch fundierten, computergestützten Simulation, forschen.

„War es noch vor einigen Jahren möglich, innerhalb einer Forschungsgruppe Simulationsaufgaben zu bewältigen, so bedarf es heutzutage immer mehr der Kooperation zwischen mehreren Forschungsgruppen aus unterschiedlichen Fachbereichen, um die aktuellen Probleme zu lösen“, erklärt der neue ZISC-Geschäftsführer.

Nach Aussage von Klaus Iglberger besteht die Aufgabe des ZISC darin, die vielfach verstreuten Forschungsaktivitäten der Universität im Bereich der Simulation fakultäts- und department­übergreifend in einem Kompetenzzentrum zu bündeln. Ziel des Zentralinstituts sei ferner, eine Kooperationsplattform zu schaffen, die viele bereits existierende Forschungsschwerpunkte der FAU stärkt. Darüber hinaus gelte es, neue Forschungsprojekte anzustoßen.

Einen weiteren Schwerpunkt legt das ZISC auf die fachübergreifende Doktorandenausbildung auf den Gebieten der Simulationstechniken und des Technologietransfers zwischen der Universität und der regionalen Industrie. Dr. Iglberger zielt darauf, dass das neu gegründete Zentralinstitut gerade für die Industrie und die Wirtschaft, also alle regionalen Unternehmen, die mit Simulationstechniken arbeiten, eine kompetente Anlaufstelle wird.

Die Universität fördert das Projekt mit 10.000 Euro im Jahr, die für operative Kosten anfallen. Darüber hinaus stellt die FAU als Anschubfinanzierung auf drei Jahre befristet eine Geschäftsführerstelle sowie eine halbe Sekretariatsstelle zur Verfügung. Nach einer Anlaufzeit soll das ZISC laut Iglberger selbstständig Projekte einwerben. Die Aufgabe, diese Projekte zu bestimmen, obliegt der kollegialen Leitung des ZISC, die aus acht Experten aus dem Bereich der numerischen Simulation besteht.

Dies sind der Sprecher des ZISC, Prof. Dr. Ulrich Rüde aus dem Departement für Informatik, Prof. Dr. Peter Knabner und Prof. Dr. Günter Leugering aus dem Departement für Mathematik, Prof. Dr. Andreas Görling (Lehrstuhl für Theoretische Chemie), Prof. Dr. Tim Clark (Computer-Chemie-Centrum), Prof. Dr. Antonio Delgado (Lehrstuhl für Strömungsmechanik; Mitglied im Cluster of Excellence Engineering of Advanced Materials), Dr. Klaus Mecke (Lehrstuhl für Theoretische Physik; Mitglied im Cluster of Excellence Engineering of Advanced Materials) und Prof. Dr. Gerhard Wellein vom Erlanger Rechenzentrum.

Geschäftsführer Iglberger gibt sich optimistisch, dass das Kompetenzzentrum für numerische Simulation nach drei Jahren auf eigenen finanziellen Füßen stehen kann. „Das Interesse war bereits im Vorfeld der Gründung riesig“, sagt Dr. Klaus Iglberger. So hätten bereits mehr als 40 Professoren aus vier Fakultäten ihr Interesse an einer Mitarbeit im ZISC angekündigt. Das erste Projekt ist auch bereits am laufen. Es befasst sich mit dem Thema skalierbarer, effizienter Lattice-Boltzmann-Simulationen für komplexe Strömungsmechanik.

Weitere Information für die Medien:

Dr. Klaus Iglberger
Tel.: 09131/85-28687
klaus.iglberger@zisc.uni-erlangen.de

Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht KATWARN warnt auch in Fremdsprachen
14.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie