Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Evakuierung von Gebäuden besser planen

04.02.2015

Eine Simulationssoftware von Siemens kann das Verhalten von Menschen in Notsituationen analysieren. Crowd Control berechnet, wie einzelne Menschen oder Menschenmengen sich in Notfällen verhalten und bewegen werden. Durch die Software wird es möglich, Evakuierungs- und lebens­rettende Maßnahmen im Voraus in Echtzeit zu betrachten und zu opti­mieren - eine der komplexesten Auf­gaben für Sicherheitsbeauftragte.

Crowd Control berechnet zehnmal schneller als in Echtzeit, wie sich tausende Personen bewegen werden. So können Gebäude besser geplant und das Sicherheitspersonal einfacher geschult werden. Siemens bietet die Simulation von Evakuierungen in Gebäuden als unabhängige Beratung an. Das Angebot umfasst das komplette Analysespektrum, von der Datenerfassung und der Datenaufbereitung über die Generierung von Berichten bis hin zur Interpretation der Ergebnisse.

Die Planung von Gebäudeevakuierungen ist auch deshalb so schwierig, weil in Notfällen wie bei Brand- oder Amoksituationen die Umstände sich sehr schnell und dynamisch verändern. Auch können die Zahl anwesender Personen und deren Besonderheiten, ob es sich etwa um ältere Personen, Kinder oder Behinderte handelt, schwer abgeschätzt werden. Desweiteren können Gegenstände den Weg versperren oder gerade stattfindende, vorübergehende Bauarbeiten den Zugang zu den Notausgängen unmöglich machen.

Software kann auch bei der Planung von Gebäuden helfen

Die Beratungsleistung von Siemens ermöglicht es, zusammen mit Kunden und deren Architekten und Planern mehrere mögliche, unterschiedliche Szenarien zu bestimmen und mit Crowd Control die sich daraus ergebende Effekte zu berechnen und zu visualisieren. Hierdurch können zum Beispiel unterschiedliche Personengruppen oder versperrte Wege berücksichtigt werden.

Der von der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology entwickelte Algorithmus unterteilt die Räume in kleine virtuelle Zellen, die in etwa dem Platzbedarf eines Menschen entsprechen. Das Verhalten leerer und besetzter Zellen wird mittels Kraftfeldern definiert. Ausgangspunkte und Zielorte von Personen können individuell festgelegt werden. Sind diese Parameter bestimmt, kann das Modell ein Notfallszenario abfahren und somit vorhersagen, wo bei der Evakuierung unter den gegebenen Umständen gefährliche Situationen entstehen würden.

Da die Resultate in 3D und in Echtzeit betrachtet werden können, kommt die Software auch als Trainingstool für Sicherheitspersonal in Frage, um verschiedene Szenarien zu demonstrieren. Die Berater unterstützen mit Crowd Control durch das Analysieren von Plänen auch Architekten und Sicherheitsbeauftragte. Dadurch kann ein Gebäude bereits im Vorfeld sicherer und kosteneffizient konzipiert werden.

Mögliche Einsatzorte sind Flughäfen, Bahnhöfe, Schulen, Shopping-Center oder Bürokomplexe. Dabei sind vor allem in Flughäfen oder Bahnhöfen Simulationen die einzige praktikable Möglichkeit, bestehende Notfallkonzepte darauf zu überprüfen, ob sie im Ernstfall auch funktionieren. Die Siemens-Experten werden künftig unter anderem weitere, sehr komplexe Szenarien wie Flutkatastrophen und Explosionen im System abbilden.

Weitere Informationen:

http://www.siemens.de/innovationnews

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics