Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drahtlose Sensoren für sichere Infrastrukturen

02.02.2010
EU-Forscher entwickeln kosteneffektiven Infrastruktur-Schutz.

Verteilnetze für Wasser und Strom sind kritische Infrastrukturen für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Aber was, wenn sie gestört sind? Wie schnell bemerkt man es? Das europäische Forschungsprojekt WSAN4CIP hat eine drahtlose sensorgestützte Lösung für die kosteneffektive Überwachung kritischer Infrastrukturen entwickelt, die deren Sicherheit erhöhen wird.

Heute werden kritische Infrastrukturen entweder zu sehr hohen Kosten geschützt oder ihr Schutz wird mangels Geld vernachlässigt. WSAN4CIP, ein europäisches Forschungskonsortium von zwölf Partnern aus Industrie und Wissenschaft, entwickelt eine Lösung, die den kosteneffektiven und verlässlichen Schutz solcher Infrastrukturen ermöglicht. Die Lösung basiert auf einem sicheren Kommunikationsnetz drahtloser Sensoren.

"Um kritische Infrastrukturen zu überwachen braucht man Sensornetze, die zuverlässig sind. Die gegenwärtigen Lösungen bieten nicht die erforderliche Sicherheit und Zuverlässigkeit. Unser Projekt wird kritische Infrastrukturen sicherer machen, indem wir das erste zuverlässige drahtlose Sensornetz einrichten," sagt Peter Langendörfer von IHP, der technische Manager von WSAN4CIP.

Zwei Anwendungsfälle, einer im Energiesektor und einer im Wassersektor, sind ausgewählt worden, um die Machbarkeit der Projektlösung zu beweisen. Im Februar 2010 beginnt die Testphase.

Im ersten Anwendungsfall wird das Projekt ein Netz drahtloser Sensoren und Stellglieder in einem Abschnitt des Stromverteilnetzes von EDP Distribuição Energia, einem führenden Stromnetzbetreiber in Portugal, installieren. Der Zweck besteht darin, schnell verlässliche Informationen zu Störungen im Stromverteilnetz zu erhalten und wo sie aufgetreten sind. "Die WSAN4CIP-Lösung wird es uns möglich machen, den Störungspunkt unmittelbar zu lokalisieren," erläutert Carlos Fortunato, ein leitender technischer Experte bei EDP.

Im zweiten Anwendungsfall wird das Projekt ein Netz drahtloser Sensoren und Stellglieder im Trinkwassernetz der FWA (Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft), einer regionalen Trinkwasser- und Abwassergesellschaft in Frankfurt/Oder, einrichten. Die drahtlosen Sensoren im Netz messen den Wasserdruck und leiten Daten weiter im Fall eines plötzlichen Wasserdruckabfalls, der ein Anzeichen für eine Störung sein kann. Ursache der Störung könnte zum Beispiel eine durch einen Unfall zerstörte Wasserleitung sein oder ein terroristischer Angriff.

Gerd Weber, Geschäftsführer der FWA, hält WSAN4CIP für einen wichtigen Schritt nach vorn. "Die drahtlose Sensorlösung des Projekts wird es uns möglich machen ein Überwachungsnetz mit einer viel höheren Dichte an Messpunkten einzurichten. Die aktuellen drahtgebundenen Lösungen wären einfach zu teuer für uns," sagt Weber.

Uwe Herzog, Koordinator des WSAN4CIP-Projekts, fasst die Vorteile so zusammen: "Der zusätzliche Nutzen von WSAN4CIP, verglichen mit heutigen Lösungen, ist, dass es sichere Kommunikation zwischen den Sensoren ermöglicht, so dass die gemessene Information sehr zuverlässig ist - eine zentrale Anforderung von Betreibern kritischer Infrastrukturen."

Über WSAN4CIP

Das Ziel von WSAN4CIP ist es, die Technologie drahtloser Sensor- und Stellglieder-Netze ( Wireless Sensor and Actuator Networks - WSANs) über den heutigen Stand der Technik hinaus zu entwickeln, um den Schutz kritischer Infrastrukturen zu verbessern. WSAN4CIP ist ein Forschungsprojekt vom Typ Specific Targeted Research Project (STREP), das zum Teil gefördert wir durch die Europäische Kommission im Bereich der IKT-Sicherheit in the ICT security area innerhalb des Siebten Forschungsrahmenprogramms (RP7) innerhalb des Ziels 1.7: "Schutz kritischer Infrastrukturen". Das Projekt hat am 1. Januar 2009 begonnen und läuft drei Jahre.

Milon Gupta | idw
Weitere Informationen:
http://www.wsan4cip.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie