Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Doktorand der Bauhaus-Universität entwickelt Verwaltungssoftware für Wissenschaftler und gründet Forschungsnetzwerk in London

13.08.2008
Forschungsnetzwerk Mendeley startet mit Unterstützung von Skype-Gründungsingenieuren und Chairman von Last.FM

Wieso gibt es keinen einfacheren Weg, wissenschaftliche Artikel zu verwalten und mit Kollegen auszutauschen? Diese Frage stellten sich Victor Henning (Bauhaus-Universität Weimar) und Jan Reichelt (Universität zu Köln), als sie begannen, ihre Doktorarbeiten zu schreiben. Also machten sie sich gemeinsam mit Paul Föckler, Absolvent des Studiengangs Mediensysteme an der Bauhaus-Universität, selbst daran, eine kostenlose Forschungssoftware zu entwickeln. Diese geht heute in den offenen Beta-Test.

Mendeley ist sowohl eine Software zum Verwalten und Austauschen wissenschaftlicher Artikel als auch eine Webseite, die Forschungstrends aufzeigt und gleichgesinnte Wissenschaftler vernetzt. Die Vision der Gründer eines "Last.fm für die Wissenschaft" gewann die früheren Gründungsingenieure von Skype als Investoren und faszinierte Stefan Glänzer, den ehemaligen Executive Chairman von Last.fm, nun Executive Chairman von Mendeley.

Mendeley Desktop ist eine Software für Windows, Mac und Linux, die automatisch die Metadaten, den Volltext und die zitierten Referenzen aus PDF-Dokumenten extrahiert. Daraus erstellt die Software eine persönliche Artikelbibliothek, die raffinierte Such-, Filter- und Tagging-Funktionen beinhaltet und zudem mit Kollegen geteilt und synchronisiert werden kann. In Mendeley-Web, dem dazugehörigen Online-Forschungsnetzwerk, können Nutzer ein Back-up ihrer Artikelbibliothek erstellen, Trends über die meistgelesenen Artikel in jeder Wissenschaftsdisziplin entdecken und sich mit gleichgesinnten Forschern vernetzen. "Je größer unsere Datenbank wird, desto detailliertere Statistiken über Forschungstrends verschiedener Disziplinen und die Leserschaft jedes einzelnen Artikels können wir erstellen" erklärt Victor Henning. "Zusätzlich kommt bald ein Empfehlungssystem für wissenschaftliche Artikel hinzu. Die Grundidee ist ein 'Last.fm für die Wissenschaft'."

Dies weckte Stefan Glänzers Aufmerksamkeit. Als 'Seed Investor' und Executive Chairman hatte er Last.fm zum weltweit größten "Social Music Network" mit über 20 Millionen Nutzern mit aufgebaut. Die akademische Welt ist ihm aber ebenfalls gut bekannt: Seine eigene Promotion hatte er mit Auftritten als DJ finanziert. "Ich wünschte, ich hätte damals so eine Software gehabt", so Dr. Glänzer. "Und die Gemeinsamkeiten der Konzepte sind beträchtlich: Basierend auf seiner Audioscrobbler-Software, die Nutzern dabei hilft, Musik zu teilen und zu entdecken, konnte Last.fm die weltweit größte offene Musikdatenbank erschaffen. Basierend auf der Mendeley Desktop-Software, die Nutzer beim Verwalten, Tauschen und Entdecken von Forschungsartikeln unterstützt, könnte Mendeley das gleiche für die Wissenschaft gelingen."

Nachdem Dr. Glänzer als Executive Chairman bei Mendeley eingestiegen war, stellte er den Kontakt zu den Gründungsingenieuren von Skype her, die über ihren Fonds ASI kürzlich ebenfalls in den Wissenschaftsverlag Versita investiert hatten. Mendeleys Software überzeugte sie sofort. "Etliche Webseiten versuchen zur Zeit, ein 'Facebook für Wissenschaftler' zu werden" meint Eileen Broch, Investment Director von ASI. "Mendeley dagegen ist nicht nur ein weiteres Social Network, sondern eine wirklich nützliche Integration von Software- und Web-Technologien, die tagtägliche Probleme von Wissenschaftlern löst. Deshalb haben wir investiert."

Über Mendeley: Mendeley entwickelt sowohl Software zur Verwaltung und zum Austausch wissenschaftlicher Artikel als auch eine Webseite, die Forschungstrends aufzeigt und gleichgesinnte Wissenschaftler vernetzt. Das Unternehmen wurde 2007 von Paul Föckler, Victor Henning und Jan Reichelt in London gegründet.

Kontakt:
Victor Henning
Founder & Director
Mendeley Ltd.
112 Clerkenwell Road
London, EC1M 5SA
United Kingdom
Mail: victor.henning@mendeley.com
Tel.: +44 (0)207 253 1595

Dr. Michael Eckardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.mendeley.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Neuer 3D Portrayal Service Standard veröffentlicht
20.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

nachricht KIT baut European Open Science Cloud mit auf
19.02.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics