Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Dokumentenanalyse profitiert von Künstlicher Intelligenz

29.08.2016

Technologien zur optischen Zeichenerkennung sollen künftig von den Durchbrüchen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) profitieren – das haben sich die Partner des Anfang Juli gestarteten Forschungsprojekts »Deep learning based optical character recognition – kurz: DeepER« zum Ziel gesetzt. Im Rahmen des vom Bundesbildungsministerium geförderten Projekts arbeiten das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, die CIB software GmbH und die Mentana Claimsoft GmbH an einer neuen Software zur Dokumentenanalyse. Dabei sollen selbstlernende intelligente Systeme – basierend auf Deep-Learning-Methoden – einen erheblichen Technologiesprung bringen.

Ziel ist es, die Fehlerraten beim Erkennen von Buchstaben, Wörtern, Texten oder Bildern deutlich zu verringern, um so an die Leistungsfähigkeit der menschlichen Interpretation heran zu reichen. Kern des Vorhabens ist die Entwicklung einer »OCR-Engine«, die auch bei der Auswertung von großen Informationsmengen keine oder möglichst wenige Fehler produziert.

Optical Character Recognition (OCR) wird unter anderem bei der Digitalisierung von Bibliotheksinhalten, Zeitungsarchiven oder Versicherungsdokumenten eingesetzt. In vielen Fällen reicht es aus, wenn die digitalisierten Dokumente bis zu 99 Prozent richtig erfasst werden – zum Beispiel, um Papierdokumente über Suchmaschinen zugänglich zu machen. Bei rechtlich und finanziell relevanten Dokumenten bedeutet aber selbst eine Erkennungsrate von 99,9 Prozent je Zeichen, dass jede Dokumentseite einen Fehler hat – hier leistet der Mensch erheblich mehr.

Selbstlernende Technologien erleichtern Verwaltungsprozesse

»Unser Ziel, Verwaltungsprozesse im privaten Bereich und in Großunternehmen zu automatisieren, kann durch diese neuartige OCR-Engine erheblich weiterentwickelt werden. Mit der Web-Anwendung CIB doXisafe können Privatanwender ihre Dokumente – in einer Vielzahl von Formaten – von überall ohne Installation ablegen, austauschen und im integrierten CIB doXiview ohne Download anzeigen lassen. In diesem Viewer lässt sich für einige Formate eine Texterkennung durchführen, das Ergebnis bearbeiten und als durchsuchbares PDF bereitstellen. Über diese Produkte kann der User aktiv die Qualität der OCR verbessern, indem er mit seinen Dokumenten die für das Deep Learning erforderliche Big Data erweitert«, sagt Ulrich Brandner, Geschäftsführer der CIB software GmbH.

Deep-Learning-Technologien für den deutschen Mittelstand

»Anwendungen in der Sprach- oder Gesichtserkennung – wie Siri oder Google Voice Search – profitieren bereits von Deep Learning. In Deutschland finden die technologischen Fortschritte der künstlichen Intelligenz jedoch eher im Forschungsbereich statt und werden noch viel zu selten in die Anwendung gebracht. Mit der Entwicklung einer OCR-Engine wollen wir Deep-Learning-Technologien auch für die Wirtschaft und insbesondere den Mittelstand nutzbar machen«, ergänzt Joachim Köhler, Abteilungsleiter am Fraunhofer IAIS. Er rechnet dabei mit großen Fortschritten für die OCR-Technologien, die in den letzten Jahren hinsichtlich der Leistungsfähigkeit stagniert haben. Hier existieren erst einige wenige kommerzielle Anwendungen und Open-Source-Lösungen.

Die OCR-Engine wird zunächst in das bestehende Produktportfolio der CIB software GmbH eingebaut und getestet. Darüber hinaus soll sie zunächst für den deutschen Markt anderen Unternehmen über ein Lizenzmodell zur Verfügung gestellt werden. Gefördert wird das Projekt DeepER vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF im Rahmen der Förderinitiative »KMU-Innovativ«. Diese unterstützt Spitzenforschung im deutschen Mittelstand. Projektstart war der 1. Juli 2016, die Laufzeit beträgt 27 Monate.

Ansprechpartner:

Pressekontakt Fraunhofer IAIS
Silke Loh
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 02241 14-2829
silke.loh@iais.fraunhofer.de

www.iais.fraunhofer.de  

Project Management Office CIB software GmbH
Carolin Wüst
Telefon +49 89 14360-50
Carolin.Wuest@cib.de

www.cib.de

Silke Loh | Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten