Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Macht von Big Data entschlüsseln und steuern

06.05.2015

BMBF startet Forschung zu den gesellschaftlichen Folgen von wachsenden Datenmengen / Wanka: "Daten sollen Menschen dienen, nicht belasten"

Big Data bezeichnet den Umgang mit immer größeren Datenmengen. Moderne Auswertungsmethoden ermöglichen neue Erkenntnisse und können so nützliches Wissen generieren. Ebenso nimmt mit der Datenmenge und ihrer Analyse das Risiko zu, unerwünschte Rückschlüsse auf einzelne Personen und deren Umfeld zu ziehen.

Der stärkere Einfluss von computergestützter Datenauswertung auf die gesellschaftliche Entwicklung ist absehbar. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet daher das neue Forschungsprojekt "ABIDA - Interdisziplinäre Analyse der gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen beim Umgang mit großen Datenmengen", um die Macht von Big Data besser zu verstehen und Lösungsansätze für den richtigen Umgang zu entwickeln.

"Forschung muss es uns ermöglichen, eine Technologie wie Big Data zu beherrschen. Wir wollen die Vorteile nutzbar machen, aber auch die Risiken aufzeigen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Technologischer Fortschritt muss unsere soziale und rechtliche Grundordnung beachten und im Rahmen unseres Wertesystems bleiben. Wir müssen lernen, die richtigen Schlüsse aus den Daten zu ziehen. Informationen sollen Menschen dienen, nicht belasten."

Nutzen und Risiken sind bei Big Data eng miteinander verbunden. Beispielsweise kann die Analyse großer Mengen medizinischer Patientendaten entscheidend dabei helfen, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvollere Medikamente und Therapien zu entwickeln.

Daten über allgemeine Lebensumstände oder Konsumverhalten könnten aber auch verwendet werden, um Rückschlüsse auf den vermeintlichen Gesundheitszustand von Personen zu ziehen.

Das Projekt ABIDA setzt hier an und untersucht juristische, ethische, sozialwissenschaftliche, ökonomische und politikwissenschaftliche Fragestellungen rund um den Einsatz von Big Data-Systemen. Dabei geht es auch um den rechtssicheren Umgang mit Daten und Analysen, um die Sicht auf das Individuum als Objekt von Datenauswertungen und das Wissen und Nicht-Wissen über Ergebnisse, um die Wirkungen von Big Data-Analysen auf die Persönlichkeitsentfaltung, um die Ökonomisierung von Daten und um Datentransparenz.

Das BMBF fördert das auf vier Jahre angelegte Projekt mit insgesamt rund 6,4 Millionen Euro. Es wird koordiniert durch die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Weiterhin sind die Universitäten Hannover, Dortmund und München sowie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) beteiligt. Projektergebnisse sollen auch mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden und zur Entwicklung neuer Maßstäbe im Umgang mit Big Data-Technologien dienen.

ABIDA ist ein zusätzliches Forschungsprojekt auf dem Gebiet Management und Analyse großer Datenmengen. Bereits im März hat das BMBF das neue Forschungsprogramm zur IT-Sicherheit "Sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt" als Teil der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung gestartet. Zudem fördert das BMBF den Aufbau von zwei neuen Big Data-Kompetenzzentren in Berlin und Dresden.

Weiterführende Informationen: www.bmbf.de/de/23429.php

Pressereferat | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht KATWARN warnt auch in Fremdsprachen
14.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie