Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer lernen durch menschliche Interaktion

20.08.2009
User-Meinung lässt künstliche Intelligenz eigene Fehler verstehen

Forscher an der Oregon State University (OSU) haben sich zum Ziel gesetzt, die Lernfähigkeit von Computern zu verbessern.

Dabei nutzen sie das Konzept der "Rich Interaction", einer reichhaltigen Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Computer sollen demnach zum Lernen neben der internen Logik auch Erklärungen von Nutzern berücksichtigen.

"Es gibt Grenzen, was ein Computer nur durch eigene Beobachtungen und Versuche, aus Erfahrung zu lernen, erreichen kann. Er muss nicht nur verstehen, ob er etwas falsch oder richtig gemacht hat, sondern auch, warum", erklärt Margaret Burnett, Informatikprofessorin an der OSU. Das Team arbeitet an einem Projekt, um ein solches Verständnis möglich zu machen.

Systeme, die durch Lernen die Anforderungen der User besser erfüllen sollen, umfassen etwa E-Mail-Spamfilter oder Empfehlungen für den Nutzer interessanter Produkte beispielsweise bei Amazon. Solche Lösungen verwenden den OSU-Forschern zufolge verschiedene Zugänge wie feste Regeln, Ähnlichkeiten, Wörterstatistiken und mehr. Selbst die fortschrittlichsten Systeme böten nur die Möglichkeit, dem Computer mitzuteilen, dass etwas richtig oder falsch ist - aber nicht, warum. Das kann zu Problemen führen. Beispielsweise grassieren im Internet betrügerische E-Mails, in der angebliche Geschäftspartner aus Nigeria mithilfe des Nutzers Geld außer Landes schaffen wollen. Da dieser Betrug sehr verbreitet ist, werden solche E-Mails in der Regel von Filtern anhand von Schlüsselworten als Spam identifiziert.

Problematisch wird der Spamfilter im Fall von Ausnahmen. Wenn etwa ein User tatsächlich einen nigerianischen Banker kennt, darf nicht jede Mail, in der es um "Nigeria" und "Geld" geht, im Spamordner landen - und das System sollte verstehen, warum. "Für solche Fälle wollen wir Algorithmen schaffen, die es dem Nutzer erlauben, den Computer nach dem Grund für eine Entscheidung zu fragen, die Antwort zu lesen und dann zu erklären, warum das ein Fehler war", sagt Wenig-Keen Wong, Assistenzprofessor für Informatik an der OSU. Der Computer solle diese Erklärung beim Anpassen der Programmierung berücksichtigen, praktisch wie bei einer Fehlerbehebung.

Bei dem Projekt sehen sich die Forscher mit großen Herausforderungen konfrontiert. So dürften solche interaktiven Systeme nicht zu komplex für Durchschnittsanwender ausfallen. Auch müsste die künstliche Intelligenz damit umgehen können, dass menschliche Nutzer nicht immer Recht haben. Ein sturer Nutzer könnte darauf beharren, dass der Computer etwas "lernt", das objektiv gesehen schlichtweg falsch ist. Insofern darf das Lernen keine Einbahnstraße sein. Der Computer sollte vielmehr zum Partner werden, so die Vision der OSU-Forscher. "Man hilft ihn zu lehren, er lernt einen kennen, man lernt voneinander und der Computer wird nützlicher", sagt Burnett.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://oregonstate.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht KATWARN warnt auch in Fremdsprachen
14.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie