Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Big Data smart nutzen: Smart Data Innovation Lab gestartet

10.01.2014
Digital veredelte, cyber-physische Produktionsanlagen sind mit Tausenden von Sensoren ausgestattet, die nach dem Prinzip von Industrie 4.0 mit dem Internet der Dinge verbunden sind.

Diese Smart Factories liefern im Jahr Petabytes an Daten von Werkzeug- und Produktionsmaschinen, Big Data, die zu Smart Data verdichtet werden müssen, um Optimierungspotential zu identifizieren und Wettbewerbsvorteile nutzen zu können.

Die jetzt gestartete Forschungsplattform Smart Data Innovation Lab (SDIL) wird helfen, diese Chancen zu realisieren. Erste Projekte werden sich auf die strategischen Forschungsfelder Industrie 4.0, Energiewende, Smart Cities und Personalisierte Medizin beziehen.

Führende Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik haben am 08. Januar am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Startschuss für die Einrichtung der Forschungsplattform Smart Data Innovation Lab (SDIL) gegeben. Durch die Bereitstellung einer Höchstleistungsinfrastruktur sowie Daten aus Industrieprozessen werden wichtige Voraussetzungen für die Spitzenforschung im Bereich Big Data geschaffen. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten können so auch neueste Forschungserkenntnisse effizient an die Industrie weitergegeben werden und zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen für europäische Unternehmen beitragen.

„Smart Data werden zur vorausschauenden Wartung, zur Effizienzoptimierung sowie zur Erreichung des optimalen Betriebspunktes genutzt werden. Das spart bis zu 30% Material, Energie, Kosten und Arbeitsaufwand und schont die Umwelt“, erklärte Prof. Wolfgang Wahlster, CEO des DFKI im Rahmen der Paneldiskussion mit
 Jim Hagemann Snabe, Co-CEO SAP AG, Karl-Heinz Streibich, CEO Software AG,
 Dr. Wolfgang Heuring, Siemens AG und Prof. Wilfried Juling, KIT. „In den meisten Fällen erreicht man diese Mehrwerte aber nur, wenn die Auswertung auch in Echtzeit geschieht, so dass Ergebnisse der Smart Data Analyse direkt in die Prozesssteuerung einfließen können - sozusagen Smart Data Analytics in the loop. Wir haben solche Systeme nicht nur in unserer weltweit ersten Smart Factory für Industrie 4.0 zusammen mit 20 Industrieunternehmen in einer Testfabrik am DFKI entwickelt, sondern erproben die Verfahren jetzt auch in entsprechend aufgerüsteten Fabrikanlagen zum Beispiel im Bereich der Bierabfüllung, der Medikamenten-Verpackung oder bei der Ventilproduktion“, so Wahlster.

„Die digitalen Datenmengen wachsen in unserer Gesellschaft rasant. Wir brauchen neue Instrumente, um sie zu managen und als Wissensquellen nutzbar zu machen“, sagte Professorin Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Bildung und Forschung für die digitale Zukunft“ des Nationalen IT-Gipfels. So sei das Smart Data Innovation Lab und die dort der Forschung verfügbar gemachten Daten eine optimale Ergänzung, um die Forschung auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben.

„Durch den Fokus auf Themen wie Industrie 4.0 oder personalisierte Medizin gewinnen wir Erkenntnisse, die nicht nur zur Lösung wirtschaftlicher, sondern auch gesellschaftlich relevanter Herausforderungen beitragen“, sagte Jim Hagemann Snabe, Co-CEO SAP AG. „Das erreichen wir auch durch eine Erweiterung des Netzwerkes in Richtung kleiner Unternehmen. Innovative Ideen kommen vor allem von diesen jungen Unternehmen und es ist unsere Aufgabe, sie aktiv zu unterstützen.“

Praktische Ergebnisse zu den Chancen von Smart Data für das Management von Megaevents präsentierte Prof. Dr. Paul Lukowicz, DFKI-Forschungsbereichsleiter Eingebettete Intelligenz. Die in seinem Forschungsbereich entwickelten Systeme für Crowd Management und Crowd Sensing im öffentlichen Raum erlauben die Erstellung von Echtzeit-Heatmaps der Besucherdichte und der Besucherbewegung für ein effektiveres und effizienteres Notfall- und Krisenmanagementsystem.

Die DFKI-Wissenschaftler um Prof. Lukowicz arbeiten seit Jahren an Crowd Sensing- und -Management-Systemen, die weltweit bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen 2012 in London, der Krönung des Niederländischen Königs 2013 in Amsterdam, dem Wien-Marathon oder der Londoner Lord Mayors Show eingesetzt wurden. Damit erhöhen sie die Sicherheit während der Veranstaltung und helfen Katastrophen zu vermeiden, sie unterstützen die Post-Event Analyse und verbessern die Planung zukünftiger Veranstaltungen.

Zudem werden die DFKI-Forscher im Rahmen des Projekts RESCUER eine Technik entwickeln, die den Datenaustausch innerhalb einer Menschenmasse auch bei Zusammenbruch der Infrastruktur ermöglicht: ein Ad-hoc-Netzwerk ("Opportunistic Delay Tolerant Network") soll dafür sorgen, dass Mobilfunkgeräte untereinander ein Netz aufbauen und Informationen austauschen können, selbst wenn das offizielle Netz nicht verfügbar ist. Eingesetzt werden sollen diese Ergebnisse in Brasilien im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2014.

Das SDIL, das in Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung konzipiert wurde, wird am KIT betrieben. Neben dem Betreiber zählen Bayer, Bosch, Microsoft Deutschland, SAP, Siemens und die Software AG ebenso zu den Gründungspartnern wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Fraunhofer-Gesellschaft und das Forschungszentrum Jülich. Darüber hinaus unterstützen bereits heute mehr als 20 weitere Unternehmen sowie Institutionen das SDIL. Dazu zählen Unternehmen wie Infineon, Trumpf und Volkswagen sowie der Branchenverband Bitkom und die Deutsche Gesellschaft für Informatik (GI).

Das SDIL steht weiteren interessierten Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Mitarbeit offen. Ein besonderer Fokus des SDIL liegt auch auf der Förderung von kleinen Unternehmen, die von den Kontakten zu etablierten Anbietern profitieren und völlig neue Lösungen und Dienstleistungen im Umfeld von Big Data anbieten können.

Die Arbeitsgruppen für die aktuellen vier Forschungsfelder, Industrie 4.0, Energiewende, Smart Cities und Personalisierte Medizin, werden von jeweils einem Vertreter aus Wissenschaft sowie Industrie geleitet. Die Arbeitsgruppen entscheiden gemeinschaftlich über die Ausgestaltung und Vergabe der Ressourcen des SDIL für Forschungsprojekte. Weitere Forschungsschwerpunkte sind im Laufe der Zeit geplant. DFKI-Forscher haben die wissenschaftliche Leitung im Anwendungsgebiet Industrie 4.0 sowie im Querschnittsthema Data Curation.

Die Wissenschaftler erhalten im Rahmen abgegrenzter Projekte Zugang zu Daten aus Industrieprozessen, die auf der Plattform sicher gespeichert sind. Die Analyse der Daten, beispielsweise die Beschreibung und Strukturierung von spezifischen Datensätzen oder auch das Auffinden von Anomalien, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Unternehmenspartner, wodurch ein schneller Wissens- und Technologietransfer möglich wird. Die beteiligten Forschungsinstitute werden außerdem allgemeingültige Werkzeuge und Methoden zur Datenanalyse entwickeln, die über die Plattform allen Teilnehmern des Smart Data Innovation Lab zur Verfügung gestellt werden können.

Das Konzept für die Forschungsplattform wurde in der Arbeitsgruppe „Bildung und Forschung für die digitale Zukunft“ des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung entwickelt. Die Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sowie Forschung für die digitale Zukunft und verwirklichte in dem Zusammenhang bereits zwei erfolgreiche Initiativen: Software Campus Netzwerk (2011) und Academy Cube (2012).

Weitere Informationen:
http://www.sdil.de/de/
http://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilungen_intern/2013/brasilien-setzt-bei-der-wm-2014-auf-sicherheit-projekt-rescuer-2013-neue-kommunikationsplattform-soll-leben-retten

http://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilungen_intern/2012/crowd-monitorig-macht-die-olympischen-spiele-noch-sicherer-2013-app-aus-dem-socionical-projekt-unterstutzt-die-sicherheitskrafte-in-london

http://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilungen_intern/2013/201elang-leve-de-koning201c-2013-smartphone-app-aus-dem-dfki-unterstutzt-die-sicherheitskrafte-bei-der-kronung-des-niederlandischen-konigs/

DFKI Pressekontakt:
Reinhard Karger, M.A.
DFKI Unternehmenssprecher
Tel: +49 681 85775 5253
Fax: +49 681 85775 5485
Mobil: +49 151 1567 4571
E-Mail: reinhard.karger@dfki.de

Reinhard Karger | idw
Weitere Informationen:
http://www.sdil.de
http://www.dfki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Frühwarnsystem RAWIS in Katastrophenübung mit THW final getestet
23.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics