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Big Data, Smart Data - ein Geschäft mit dem Vertrauen

05.08.2014

Siemens-Wissenschaftler analysieren in einem neuen Forschungsprojekt die vielfältigen Facetten der kommerziellen Nutzung großer Datenmengen, also von Big Data. Ziel des EU-Projekts BYTE ist eine Roadmap, die konkrete Schritte aufzeigt, wie Europa bis 2020 seinen Marktanteil in diesem Bereich erhöhen kann.

BYTE soll politische und technologische Maßnahmen erarbeiten, die einerseits größtmöglichen Gewinn aus Big Data ziehen und andererseits negative Auswirkungen minimieren, beispielsweise hinsichtlich der Vertraulichkeit.


BYTE setzt auf dem EU-Projekt BIG auf, das Geschäftsmodelle und Technologien für die Nutzung von Big Data identifizierte. Neben Siemens sind zehn weitere Partner aus Industrie und Forschung beteiligt. Die intelligente Auswertung großer Datenmengen und vor allem die Zusammenführung bisher getrennter Informationen bergen große Potentiale. Industriebetriebe nutzen solche Techniken zum Teil, um Energiesparpotentiale aufzuspüren.

Schwieriger wird die Datenanalytik, wenn sie auf Daten verschiedener Beteiligter zurückgreift - beispielsweise auf Energieverbrauchsdaten aller Betriebe und Privathaushalte in einer Region. Solche Informationen lassen Rückschlüsse auf die Produktion oder das Verhalten von Personen zu, so dass deren Nutzung genau und sicher geregelt sein muss.

Je mehr Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden, desto vielfältiger sind die negativen und positiven Auswirkungen ihrer Nutzung. BYTE bringt Naturwissenschaftler, Ingenieure und Informatiker mit Juristen, Soziologen und Wirtschaftlern zusammen, um anhand verschiedener Fallbeispiele all diese Facetten zu analysieren. 

Wissenschaftler der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology (CT) untersuchen für BYTE Fallbeispiele in Smart Cities, also intelligent vernetzten Städten. Siemens spricht auch von Smart Data, weil die Daten in speziellen Umgebungen, wie Städten oder Industrieanlagen, anfallen und man spezielles Know-how braucht, um aus ihnen relevante Informationen zu gewinnen.

In Smart Cities liefern Mobiltelefone anonymisierte Bewegungsdaten, oder Autos liefern Informationen über die Verkehrssituation, oder intelligente Stromzähler lassen Vorhersagen über den Energiebedarf zu. Städte könnten solche Daten nutzen, um den Verkehr einzudämmen oder ihre Klimabilanz zu verbessern - aber ohne die Privatsphäre der Einwohner zu verletzen.

Dazu müssen der rechtliche Rahmen und technologische Lösungen weiterentwickelt werden.  Die Siemens-Forscher arbeiten mit mehreren europäischen Städten zusammen und analysieren Big Data Anwendungen an den Schnittpunkten von Energieversorgung und Verkehr. Sie führen Interviews mit Experten bei Energieversorgern, Stadtverwaltungen und Verkehrsbetrieben und erarbeiten die verschiedensten Aspekte dieser Anwendungen.

Mehrere Siemens-Divisions arbeiten an Lösungen für Smart Cities - beispielsweise intelligente Stromzähler, Gebäude- und Energiemanagementsysteme oder Infrastruktur für Elektromobilität. Seit Sommer 2013 leitet die CT auch das Forschungsprojekt Aspern Smart City. Aspern entsteht derzeit bei Wien als Modell für eine intelligente Stadt.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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