Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Big Data meistern mit Sensor-Intelligenz – Erster Software-Release aus EU-Projekt FERARI erschienen

20.08.2015

Im Zeitalter von Industrie 4.0 und dem »Internet der Dinge« spielt die direkte Kommunikation von Maschine zu Maschine (M2M) eine immer wichtigere Rolle. Datenströme, wie sie in der Industrie vorkommen, werden jedoch immer gewaltiger und überfordern die datenverarbeitenden Systeme zunehmend. Im Rahmen des EU-Projekts »Flexible Event Processing for Big Data Architectures« (FERARI) ist nun die erste Version einer Open-Source-Software zur Echtzeit-Analyse massiver Datenströme in verteilten Systemen erschienen, die diese Lücke schließen soll.

»Kernidee bei FERARI ist eine allgemeine Entlastung datenverarbeitender Systeme. Die einzelnen Sensoren der beteiligten Maschinen entscheiden dazu selbstständig, ob sie eine aufgenommene Information kommunizieren und für welche anderen Komponenten im System sie wichtig ist«, sagt Dr. Michael Mock, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS.

»Dadurch wird der Gesamtdatenstrom auf das Wesentliche reduziert.« In Kombination mit Methoden des »Complex Event Processing« – also der Verarbeitung komplexer, voneinander abhängiger Ereignisse – können dadurch auch in vielfach verflochtenen Echtzeitdatenströmen wichtige Zusammenhänge aufgedeckt werden.

»Bei der Entwicklung war uns besonders wichtig, den Anwendern einen schnellen Einstieg zu ermöglichen«, betont Mock. »Dazu haben wir unter anderem die gesamte benötigte Softwarekonfiguration in einen Docker Container integriert.«

Interessierte Anwender können damit nach dem Download ohne weitere Installationen sofort loslegen. Ergänzende Videodokumentationen zeigen, wie sich in wenigen Schritten erste Anwendungen entwickeln lassen, die anschließend an den mitgelieferten Beispieldatensätzen getestet werden können. Der einfache Zugang soll die allgemeine Verbreitung moderner Big-Data-Anwendungen in der Forschung und Wirtschaft vorantreiben.

Eine technologische Basis für das Projekt lieferte der Partner IBM Haifa mit »IBM Proactive Technology Online« (Proton) – einem Tool zur Verarbeitung komplexer Ereignisse.

»Für FERARI musste Proton fit zur Verarbeitung sehr großer Datenströme gemacht werden. Deshalb haben wir die Software mit dem Big-Data-System Storm kombiniert«, erklärt Dr. Fabiana Fournier, verantwortliche Wissenschaftlerin bei IBM. Dadurch ist es möglich, »Proton on Storm« auf mehreren Rechnern parallel arbeiten zu lassen – eine grundlegende Voraussetzung zur Verarbeitung von Datenvolumina im Big-Data-Bereich.

Neben dem Fraunhofer IAIS als Konsortialführer und IBM Research Labs Haifa beteiligen sich das Israel Institute of Technology (TECHNION), die Technical University of Crete, die kroatische Telekom und das kroatische Unternehmen Poslovna Inteligencija an »FERARI«. Das Projekt wird im Rahmen des siebten Forschungsrahmenprogramms der EU über 36 Monate gefördert.

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Katrin Berkler
Fraunhofer IAIS
Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 02241 14-2252
pr[at]iais.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.iais.fraunhofer.de/ferari-projekt.html Projektwebseite Fraunhofer IAIS (deutsch)
http://www.ferari-project.eu Webseite des EU-Projekts FERARI (englisch)
https://bitbucket.org/sbothe-iais/ferari Download der Open Source Software

Katrin Berkler | Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie