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Internet-Auftritte firmenintern zu managen wird durch neues Content Management-System viel leichter

23.04.2002


"Immer mehr Unternehmen und Institutionen werden künftig ihre Präsenz im World Wide Web von normalen Sachbearbeitern im eigenen Hause betreuen lassen, statt sie in die Hände von internen oder externen Web-Spezialisten zu legen". Diese Prognose macht Professor Christoph Meinel (48), Direktor des Trierer Instituts für Telematik. Meinels gemeinnütziges Hightech-Forschungs- und Entwicklungszentrum fürs Internet hat jetzt ein neu entwickeltes Online-Redaktionssystem vorgestellt, das es Mitarbeitern einer Fachabteilung höchst einfach macht, die vorhandenen Informationen vom eigenen Arbeitsplatz aus selbstständig für die Publikation im Internet aufzubereiten. Das neue System trägt den Namen "JDaphne" und arbeitet auf der Plattform aller gängigen Betriebssysteme. Dadurch lässt es sich leicht in jede Unternehmens-Infrastruktur einpassen.

"Externe Internet-Agenturen einerseits und interne Webmaster sowie Online-Redaktionen andererseits haben meistens nicht die inhaltliche Kompetenz der Fachleute im Hause. Das macht die Abstimmung mühsam. Außerdem ruft ihre Einschaltung oft zeitliche Engpässe sowie Verzögerungen in der Aktualität hervor", beschreibt Dr. Andreas Heuer (32), Entwickler des neuen Redaktionssystems, die Nachteile der herkömmlichen Arbeitsteilung beim sogenannten Web Content Management. Das neue Online-Redaktionssystem JDaphne hingegen versetzt den mit den Inhalten bestens vertrauten Sachbearbeiter einer Fachabteilung in die Lage, bereits gesammelte und aufbereitete Informationen von seinem Arbeitsplatz aus mit dem von ihm üblicherweise benutzten Bearbeitungsprogramm ("Editor") einzugeben.

Nach der Erstellung und vor der Publikation von Inhalten kann eine Kontrolle gemäß dem Mehr-Augen-Prinzip stattfinden, damit die Qualität des Internet-Auftritts gesichert wird. Um größtmöglichen Benutzerkomfort zu bieten, ist bei JDaphne die Zahl der Arbeitsschritte für die Bearbeitung eines Dokuments sehr gering gehalten. Sowohl vom Büro-Arbeitsplatz als auch von anderen zugriffsberechtigten Rechnern im Internet aus kann mit verteilten Rollen an der Web-Präsenz gearbeitet werden. Dr. Heuer: "Welche Rolle ein Mitarbeiter hat, entscheidet darüber, ob er auf Inhalte lesend, schreibend oder publizierend zugreifen darf. Und welchem Ressort ein Mitarbeiter angehört, ist entscheidend für die Berechtigung, die jeweilig zugeordneten Inhalte der eigenen Rolle entsprechend zu betreuen". Wie die einzelnen Arbeitsschritte einander folgen sollen, lässt sich flexibel den jeweiligen Bedürfnissen anpassen. Sehr komfortabel ist das Management der Querverweise zwischen den Dokumenten ("Hyperlinks"). Auf Anfrage macht JDaphne Vorschläge für solche Referenzen. Hyperlinks, die nicht funktionieren, weil das dazu gehörige Dokument gerade nicht verfügbar ist, werden deaktiviert. Das leidige Problem von Verweisen auf nicht existierende Dokumente ist somit gelöst.

"Das J im Produktnamen steht für die Programmiersprache Java", erläutert Andreas Heuer, der jüngst mit einer Dissertation über "Web-Präsenz-Management im Unternehmen" an der Uni Trier promovierte. Auf dem Arbeitsplatz-Rechner der Mitarbeiter erfordert JDaphne lediglich einen Web-Browser.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.ti.fhg.de/

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