Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie aus raumbezogenen Statistiken automatisch 3D-Informationslandschaften werden

02.03.2007
Neue Visualisierungssoftware aus Potsdam

Aus großen Mengen regionaler Statistik-Daten automatisch dreidimensionale Karten erstellen - das schafft eine neuartige Visualisierungssoftware, die sechs Bachelor-Absolventen des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium in Berlin entwickelt haben.

Sie stellten das Programm beim "Bachelorpodium" vor, zu dem rund 200 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen waren.

Ausgangspunkt für das Bachelorprojekt "3D-Informationslandschaften" war die Datenbank RISO (Regionales Informationssystem Ost). In ihr sammelt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter anderem Struktur- und Wirtschaftsindikatoren sowie Daten zu Bildung und Forschung, zur Innovationsförderung sowie zu regionalen Innovationskooperationen.

"Um diese komplexen Datenmengen effektiv nutzen zu können, fehlte bislang ein leistungsfähiges IT-Werkzeug für die automatisierte Verarbeitung und visuelle Aufbereitung", berichtete HPI-Student Sebastian Pasewaldt. Zusammen mit fünf Kommilitonen entwickelte er in den vergangenen sechs Monaten eine innovative Visualisierungssoftware, mit der ausgewählte Zusammenhänge in interaktiven 3D-Karten dargstellt werden können. "Auf einen Blick kann man nun leicht vergleichen, welche Abhängigkeiten es zwischen Gegebenheiten in verschiedenen Regionen gibt, zum Beispiel bei Industriedichte, Produktivität und Patentanmeldungen. Die dreidimensionale Präsentation ist reichhaltiger und eindrucksvoller als die zweidimensionale Darstellung", sagte Pasewaldt bei der Vorstellung.

Vorteil des neuen Systems RISO-3D: Der Nutzer kann z. B. mit wenigen Mausklicks die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen in betroffenen Regionen untersuchen, Rückschlüsse ziehen und daraus Steuerungsimpulse ableiten. Ehemals zeitraubende Einzel-Aufbereitung wird automatisiert. Wenige Befehle genügen - und aus den Rohdaten macht das Computerprogramm dort dreidimensionale Informationslandschaften, wo man sich bisher mit zweidimensionaler Darstellung auf Papier hätte begnügen müssen.

"Für die Gestaltung solcher Informationslandschaften können alle zeitgemäßen Mittel der 3D-Computergrafik wie Diagramme, Symbole, Farben und Schraffuren verwendet werden", so der Bachelor-Absolvent des HPI. RISO-3D stellt die Ergebnisse nicht nur als Bild oder Tabelle bereit, sondern erlaubt es auch, Computer-Animationen zu generieren, die ein ausgewähltes Gebiet unter einer bestimmten Fragestellung beleuchten.

Basis für die innovative IT-Lösung der Studenten war die am HPI entwickelte LandXplorer-Technologie zur Visualisierung und Verwaltung komplexer virtueller 3D-Stadt- und Landschaftsmodelle. Am HPI-Fachgebiet Computergrafische Systeme (Prof. Jürgen Döllner) wird die LandXplorer-Software im Rahmen der Visualisierungsforschung weiterentwickelt und in vielfältigen Industrieprojekten eingesetzt.

Bachelorpodium - Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das "Bachelorpodium" des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit dem Jahr 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI einmal im Jahr öffentlich die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite

http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 360 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-web.de
http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html

Weitere Berichte zu: RISO-3D Visualisierungssoftware

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung