Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheitsfaktor Mensch

01.12.2006
Mitarbeiter wichtigster Teil der IT-Sicherheit

Zum bereits vierten Mal fand am 30. November die vom europäischen zentrum für e-commerce und internetrecht (e-center) veranstaltete "Security"-Enquete im passenden Ambiente des Schwurgerichtssaals des Wiener Landesgerichts für Strafsachen statt. Heuriges Thema war der "Sicherheitsfaktor Mensch". Die Veranstaltung wurde von Justizministerin Karin Gastinger und der Gerichtspräsidentin Ulrike Psenner eröffnet. Universitätsprofessor Wolfgang Zankl, der Leiter des e-centers, verwies einleitend auf eine deutsche Studie, wonach der Mensch als Sicherheitsfaktor schlechthin im Zusammenhang mit IT-Security anzusehen ist. Der Mensch stellt daher einen wesentlichen Knackpunkt der Rechtssicherheit im Internet, dem Hauptforschungsthema des e-centers, dar. "Rechtssicherheit in der IT ist mittlerweile zu einem echten Wettbewerbsfaktor geworden.", so Zankl abschließend.

Georg Kresbach, Rechtsanwalt bei Wolf Theiss, steckte in seinem Referat am Anfang der Veranstaltung den rechtlichen Rahmen ab, in dem die E-Mail und Videoüberwachung von Mitarbeitern zulässig ist. Interessant besonders für den Arbeitsalltag war dabei die Feststellung Kresbachs, dass im Einzelfall bei der Zulässigkeit der Überwachung von vertraulichem E-Mail-Verkehr zu unterscheiden sein wird, je nachdem, wie die E-Mailadresse gestaltet ist: So sei tendenziell die Überprüfung auf unzulässige Privatmails von allgemein gehaltenen E-Mail-Adressen wie zum Beispiel office@musterbetrieb.at eher zulässig, als die Kontrolle personalisierter E-Mail-Adressen (max.mustermann@musterbetrieb.at) - vorausgesetzt natürlich, dass das private Mail-Schreiben vom Arbeitgeber verboten wurde. Aber: "Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen müssen immer im Einzelfall bewertet werden, weil ein starkes Spannungsverhältnis zwischen den Rechten des Mitarbeiters und den Rechten des Arbeitgebers bestehen", so der IT-Anwalt.

"40 Jahre, männlich, gut gebildet - so sieht der typische Täter aus, der die IT-Sicherheit von Unternehmen bedroht", beschrieb Martin Novak von der Deloitte Wirtschaftsprüfung GmbH das Profil jener Mitarbeiter, die laut Studien ihren Unternehmen durch die illegale Weitergabe von Betriebsgeheimnissen oder gar das Zerstören oder unbemerkte Verändern von Daten schaden. Novak, der regelmäßig verschiedenste Firmen auf Herz und Nieren in Sachen IT-Sicherheit prüft, betonte auch, dass eine Minimierung von Risken nicht nur durch technische Sicherheitsmaßnahmen erreicht werden kann: IT-Sicherheit müsse ein Anliegen des Managements sein und sämtliche Mitarbeiter müssten aktiv eingebunden werden.

Gerhard Göschl von Microsoft Österreich schloß sich den Thesen von Herrn Novak an: "Die Technik kann in der Vermeidung von IT-Risken helfen. Zudem muss aber in den Unternehmen ein Bewusstsein geschaffen werden, um auch sogenannte soziale Angriffe zu vereiteln. Bei diesen Angriffen nutzt der Angreifer oft die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft von Mitarbeitern in alltäglichen Situationen aus." Göschl appellierte an alle Computerbenutzer und IT-Verantwortlichen, einen Sicherheitscheck des PCs oder der gesamten Sicherheitsstruktur eines Unternehmens so selbstverständlich werden zu lassen, wie den halbjährlichen Gang zum Zahnarzt. Microsoft hat dazu in Zusammenarbeit mit weiteren österreichischen Unternehmen und Institutionen aus dem öffentlichen Bereich die Inititative "Sicher im Internet" (http://www.sicher-im-internet.at) ins Leben gerufen.

"Wie stiehlt man viele Milliarden Euro?" - mit dieser Frage nahm schließlich Andreas König, IT Director für Zentraleuropa von FirstData, die Probe aufs Exempel vor: Er stellte dem Publikum im Schwurgerichtssaal in Aussicht, die unglaubliche Summe von "zum Beispiel 38 Milliarden Euro" zu lukrieren, wenn es gelingen würde, dass IT-Sicherheitssystem von FirstData, über das unter anderem sämtliche Bankomatzahlungen in Österreich abgewickelt werden, zu knacken. Zum Trost für alle daheim gebliebenen: Wie es nicht anders zu erwarten gewesen war, misslang der Versuch ...

Christian Simon | e-center
Weitere Informationen:
http://www.e-center.eu

Weitere Berichte zu: IT-Sicherheit Schwurgerichtssaal Sicherheitsfaktor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits
15.12.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Neues Epidemie-Management-System bekämpft Affenpocken-Ausbruch in Nigeria
15.12.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik