Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bremer Informatiker testen Flugzeugkabinen der Zukunft

24.07.2006
Uni Bremen ist Projektpartner im europäischen Forschungsverbund E-Cab

Keine Warteschlangen beim Einchecken, keine Verspätungen, die Koffer sind tatsächlich am Zielflughafen: bequeme Flugreisen ohne unangenehme Überraschungen. Das ist das Ziel eines von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojektes, in dem 30 internationale Projektpartner aus Industrie und Wissenschaft unter Leitung von Airbus Zukunftstechnologien für Luftfahrtpassagiere, Flughäfen und die Flugzeugkabine entwickeln. Die Universität Bremen ist mit dem Informatik-Team von Professor Jan Peleska an dem Vorhaben "E-Cab" als Test-Instanz beteiligt. Hinter der Abkürzung "E-Cab" verbirgt sich der sperrige Projekttitel "Elektronisch ausgestattete Kabine und zugehörige Logistik für verbesserte Passagierdienste und Effizienz der Betriebsabläufe" ("E-enabled Cabin and Associated Logistics for Improved Passenger Services and Operational Efficiency")

Um das Ziel des optimalen Passagierfluges zu erreichen, wird neueste Kommunikationstechnologie eingesetzt: Mobiltelefone, Persönliche Digitale Assistenten (PDA), Radiowellen (RFID) und drahtlose Netzwerke (WLAN). Warteschlangen beim Einchecken können vermieden werden, wenn dem PDA vom Terminal der Luftfahrtgesellschaft ein elektronisches Ticket zugesendet wird, das beim Boarding wieder auf elektronische Weise "vorgezeigt" werden kann. Der Koffer gibt auf elektronische "Anfrage" seinen Aufenthaltsort preis. Das gewünschte Menü können Passagiere schon beim Verlassen der Wohnung per SMS bestellen. Diese Zukunftsvision sieht selbstverständlich auch die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Mobiltelefon und Internet an Bord vor.

Die Bremer Informatiker tragen zu diesem Forschungsvorhaben mit innovativer Testtechnologie bei: Entscheidend für den Gesamterfolg des Projektes ist das reibungslose Zusammenwirken so unterschiedlicher Systeme wie Mobiltelefone, Computer am Flughafen und im Flugzeug, Gepäckversand bis hin zu den vollelektronischen Küchen im Flugzeug. Hierzu entwickelt das Bremer Team Testsysteme, die solche Komponenten automatisch prüfen, und gleichzeitig das Verhalten hunderter weiterer Systeme in der Umgebung des Testlings simulieren können, ohne dass diese alle im Original im Labor aufgebaut werden müssen. Auf diese Weise werden nicht nur erhebliche Kosten eingespart. Die an der Universität Bremen entwickelten Testmethoden und Strategien helfen, besonders versteckte Fehler aufzudecken, die mit konventionellen Testverfahren übersehen werden. Das haben die Bremer Wissenschaftler bereits in der Vergangenheit beweisen können: Ihre Verfahren und Systeme wurden bereits bei Tests für die International Space Station, die Airbus Flugzeugfamilie sowie Zugsteuerungssysteme und Stellwerke eingesetzt.

... mehr zu:
»Airbus »Mobiltelefon »PDA
Weitere Informationen:
Universität Bremen
Fachbereich Mathematik / Informatik
Prof. Dr. Jan Peleska
Tel. 0421 218 7092
E-Mail: jp@tzi.de

Eberhard Scholz | idw

Weitere Berichte zu: Airbus Mobiltelefon PDA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten