Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Abfall auf europäischen Baustellen - Dresdner Wissenschaftler entwickeln Lernsoftware für Bauabfallmanagement

27.06.2006
Ob Bauschutt oder Verpackungen - in Deutschland werden über 50 Prozent aller Abfälle durch die Bauwirtschaft produziert. Damit die am Bau beteiligten Firmen und Berufsgruppen die große Menge an Abfall und die daraus resultierenden Kosten erheblich reduzieren können, wird derzeit am Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten an der Technischen Universität Dresden die Lernsoftware "Waste Tool" für ein Bauabfallmanagement im Europäischen Hochbau entwickelt.

Durch ein effizientes Bauabfallmanagement könnten in Deutschland 30 Prozent der Abfälle vermieden werden. Auch die Entsorgungskosten ließen sich um bis zu 50 Prozent verringern. Weniger Abfall ist zudem platzsparend und umweltschonend. Bereits im vorigen Jahr wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens WAMBUCO Untersuchungen zum Abfallaufkommen durchgeführt und Handlungsempfehlungen für ein Abfallmanagement auf Baustellen gegeben.

Jetzt sollen die praktischen Erfahrungen aus WAMBUCO über die Lernsoftware "Waste-Tool" berufsgruppengerecht weitergegeben werden. Die Software stellt alle Informationen zur Verfügung, die für ein Abfallmanagement während des gesamten Bauprozesses zu beachten sind - von der Planung bis zur Durchführung. "WasteTool" soll jetzt praxisnah und berufsgruppengerecht dazu beitragen, kosten- und abfallreduziertes Bauen zu ermöglichen.

Einerseits werden Architekten und Bauingenieure mit "Waste Tool" in der Lage sein, schon in der Planungsphase Abfallmengen zu berechnen und zu versuchen, diese möglichst gering zu halten. "Man kann Gipskartonplatten bereits in einem geeigneten Format fertigen lassen, statt sie nachträglich zuzuschneiden, wodurch Bauabfall entsteht und unnötig transportiert werden", sagt Marko Günther, koordinierender Institutsmitarbeiter des Software-Projekts an der TU Dresden.

Andererseits: Statt wie bisher auf Baustellen den Bauabfall von jeder einzelnen Firma selbst abtransportieren zu lassen, ist es effektiver, ihn zentral zu sammeln und zu entsorgen. "Waste Tool" bietet alle notwendigen Informationen: von der Entsorgungslogistik, Konzepten zur Abfallvermeidung, und Abfallbehandlung bis zu rechtlichen Vorschriften und Berechnungsgrundlagen für Abfallmengen und Kosten.

Die Software soll als Lehr- und Lernmittel wahlweise in elektronischer oder Papierform in Kursen oder individuell einsetzbar sein. Zielgruppe des Waste-Tool-Bauabfallmanagement-Programms sind Berufsgruppen mit zentraler Verantwortung für das Baugeschehen. In Deutschland: Abfallbeauftragte, Bauhandwerker und Poliere der Berufsgruppen Maurer, Betonbauer, Zimmermann, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroinstallateure, Maler, Schlosser, Metallbauer, Fliesen- und Parkettleger sowie Architekten und Bauingenieure

"Waste Tool" ist ein von der Europäischen Union gefördertes Leonardo-Projekt. Es soll Ende 2006 fertiggestellt sein und umfasst 18 Partner, u.a. mittelständische Bauunternehmen, Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung und der Forschung in Deutschland, Frankreich, Portugal, Spanien und Polen.

Informationen für Journalisten: Dipl.-Ing. Marko Günther, Tel. 0351 318230, E-Mail: abfall@rcs.urz.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.wastetool.net
http://www.tu-dresden.de/fghhiaa/

Weitere Berichte zu: Abfall Bauabfallmanagement Baustelle Lernsoftware Tool Waste

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise