Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochqualitative Spiegel für den Terahertz-Bereich

14.06.2006
Eine Schlüsselkomponente für WLAN-Systeme von übermorgen

Der Bandbreitebedarf von kurzreichweitigen drahtlosen Kommunikationssystemen ist in den letzten 20 Jahren stetig angestiegen. Heutige Systeme wie Bluetooth und Wireless-LAN arbeiten mit Trägerfrequenzen von wenigen Gigahertz (GHz). Das sich derzeit in der Entwicklung befindliche Ultra Wide Band-System wird Frequenzen bis zu 10,6 GHz nutzen und künftig Datenraten von 1,3 Gb/sec übertragen können. Erste stationäre Punkt-zu-Punkt-Systeme bei 60 GHz sind bereits kommerziell erhältlich.


In einem geschlossenen Raum mit fiktivem Sender kann per Ray-Tracing-Simulation der Einfluss der THz-Spiegel auf die empfangbare Signalstärke an jeder Position im Raum berechnet werden. Grafik: R. Piesiewicz, Institut für Nachrichtentechnik, TU Braunschweig

Wenn man den steigenden Bandbreitebedarf der Vergangenheit in die Zukunft projiziert, wird klar, dass in 10 bis 15 Jahren lokale Kommunikationssysteme benötigt werden, die Datenraten von einigen 10 Gb/sec zur Verfügung stellen können. Langfristig wird man daher auf höhere Trägerfrequenzen ausweichen müssen.

WLAN-Systeme von übermorgen könnten mit Terahertz-Wellen funken - Kommunikationssysteme bei 300 GHz würden damit realisierbar. Anders als bei heutigen Systemen wäre die Übertragung gerichtet, d.h. es muss eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger bestehen. Wird diese blockiert, z.B. durch eine umherlaufende Person, könnten indirekte Ausbreitungspfade genutzt werden bei denen die Trägerwellen an einer Wand reflektiert werden. Simulationen zeigen, dass es dann sinnvoll sein könnte, Teile der Wände mit Reflektoren auszukleiden.

Erste Reflektoren für den Terahertz-Bereich wurden 2001 am Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig demonstriert. Dabei wurde das Prinzip des dielektrischen Spiegels auf den Terahertz-Bereich übertragen. Jetzt hat die Arbeitsgruppe um Prof. Martin Koch noch einen draufgesetzt (Appl. Phys. Lett. 88, 202905 (2006)). Die jüngst präsentierten, wesentlich verbesserten Reflektoren bestehen aus mehreren Polypropylen- und Siliziumschichten und weisen um 300 GHz für senkrechten Einfall ein Reflexionsband von 140 GHz Breite auf. Die Spiegel sind sogar omnidirektional, d.h. sie reflektieren Frequenzen zwischen 319 und 375 GHz für beide Polarisationen und alle Einfallswinkel. "Wenn es gelingt, Spiegel dieser Art großflächig und preisgünstig herzustellen, könnten sie sich als Schlüsselkomponente in künftigen Kommunikationssystemen erweisen", meint Norman Krumbholz, Doktorand am Institut für Hochfrequenztechnik.

Kontakt:

Prof. Dr. Martin Koch
Institut für Hochfrequenztechnik
TU Braunschweig
Schleinitzstr. 22
38106 Braunschweig / Germany
phone: +49(0)531/391-2000
fax: +49(0)531/391-2045
mailto: martin.koch@tu-bs.de

Anja Nieselt-Achilles | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de/ihf
http://www.photonicnet.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften