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Die Lücken mobiler Internetanwendungen schließen

07.09.2005


Obwohl Mobilfunkdienste versuchen, konstante Verbindungen bereitzustellen, gibt es Zeiten, zu denen die Verbindung beim Wechsel von einem Netz zu einem anderen unterbrochen wird. Auch wenn ein derartiger Netzwerkausfall nur kurzzeitig auftritt, so ist er für Anwender störend und beeinträchtigt die Servicequalitätsstandards (QoS - Quality of Service). Das von der EU finanzierte Projekt "Moby Dick" wurde ins Leben gerufen, um eine mobile Netzarchitektur zu erstellen und zu evaluieren, die auf der nächsten Generation des Internetprotokolls (IPv6) basiert und dieses Problem direkt anspricht.



Der entwickelte Standard für mobile IP-basierte Netze (MIPv6) beinhaltete ein Verfahren zur "Übergabe" von Verbindungen von einem Zugangspunkt zum anderen. Da bei den derzeitigen Verfahren gewartet wird, bis eine Verbindung unterbrochen ist, bevor eine neue aufgebaut wird (Öffner-vor-Schließer), können die Geräte bis zu zehn Sekunden ohne Verbindung bleiben.



Das Projektteam entwickelte eine Lösung, die im Hintergrund eine neue Verbindung herstellt noch bevor die aktuelle unterbrochen wurde (Schließer-vor-Öffner). Die Verfahren, welche dem Fast Handover-Prozess ähneln, wurden bisher nur in Schaltnetzwerken angewandt. Ein Beispiel ist die leistungsvermittelte Datenübertragung mit Hochgeschwindigkeit (HSCSD - High Speed Circuit Switched Data), bei der es sich um das ursprüngliche Datenübertragungsverfahren für dem GSM-Standard handelt, der in den meisten Mobiltelefonen von heute eingesetzt wird. Die Anwendung dieser Methode für einen paketvermittelten Standard wie MIPv6 erzeugt ein fast übergangsloses Netzwerk, das auch den Datenverlust auf fast null reduziert.

Eine Benutzeroberfläche ermöglicht dem Anwender die Registrierung in einem Netzwerk und die Definition seiner Präferenzen mit Hinblick auf die verwendete Zugangstechnologie und die für die Steuerung der Übergaben anzuwendende Strategie. Sie erlaubt dem Anwender sogar, manuell eine Übergabe auszulösen, wenn er ein anderes Netz wählen möchte. Darüber hinaus liefert sie Informationen zu bestimmten Bedingungen, wie den Signalpegeln im Netz.

Der Standard 802.11 für Wireless LAN legt zwei Arbeitsmodi fest: den Infrastrukturmodus für Netze mit mehreren Zugangspunkten und den Ad-hoc-Modus für die Peer-to-Peer-Kommunikation zwischen mobilen Geräten. Jedoch unterstützen die WLAN-Karten für tragbare Computer derzeit das schnelle Auffinden von neuen Zugangspunkten noch nicht, wenn sie im Infrastrukturmodus arbeiten.

Daher mussten zu Testzwecken diese Karten im Ad-hoc-Modus arbeiten, und durch Modifikationen des Treibers wurde der Infrastrukturmodus vorgetäuscht. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die Anbieter vom Erfolg der Fast Handover-Technologie überzeugt werden, um das schnelle Auffinden im Infrastrukturmodus in die Kartentreiber zu integrieren.

Amardeo Sarma | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ccrle.nec.de/

Weitere Berichte zu: Ad-hoc-Modus Infrastrukturmodus

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