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Saarbrücker Informatiker vernetzen alle Multimedia-Geräte

21.06.2005


Immer mehr Multimedia-Geräte wie Fernseher, Stereoanlagen, digitale Videorecorder, aber auch Handys können heute miteinander vernetzt werden. Die bisherigen Anwendungen beschränken sich jedoch oft auf den reinen Datenaustausch oder beziehen sich nur auf bestimmte Hersteller. Die Mitarbeiter am Lehrstuhl für Computergraphik der Universität des Saarlandes haben deshalb die sogenannte "Netzwerk-Integrierte Multimedia Middleware (NMM)" entwickelt, die beliebige Netzwerke und ganz unterschiedliche Betriebssysteme unterstützen kann. Die Wissenschaftler präsentieren ihr System in einem Vortrag auf dem Linux-Tag 2005 am 24. Juni 2005 um 11 Uhr. Auf dem Linux-Tag, der vom 22. bis 25. Juni 2005 im Messe- und Kongresszentrum in Karlsruhe stattfindet, werden rund 16.000 IT-Entscheider, Softwareentwickler und Anwender erwartet, um über freie Software, Linux und Open Source zu diskutieren.



Die Software-Architektur NMM der Saarbrücker Informatiker erlaubt es, transparent alle im Netz vorhandenen Geräte zusammenzuschalten. Außerdem werden auch die Kontrollmöglichkeiten auf das Netz ausgedehnt. Dadurch entstehen ganz neue, "virtuelle" Geräte: Das Handy wird zum Radioempfänger und ein Video ist gleichzeitig auf drei Fernsehern zu sehen. Bisher einzigartig ist zudem die Möglichkeit, plattformübergreifend zu arbeiten. Beliebige Netzwerktechnologien und ganz unterschiedliche Betriebssysteme werden unterstützt. Die Software läuft auf Windows-Systemen, wie zum Beispiel dem heimischen PC, aber auch auf verschiedenen Linux- und Unix-Systemen wie Settop-Boxen, Handys oder Personal Digital Assistants (PDAs). NMM ist das Ergebnis mehrjähriger Forschungsarbeiten am Lehrstuhl für Computergraphik der Universität des Saarlandes. Als Open­Source­Projekt hat es zum Ziel, eine einheitliche Software­Schnittstelle für Linux und andere Betriebssysteme zu schaffen.



Die Möglichkeiten dieser Software-Architektur werden auf dem Linux-Tag 2005 in einem Vortrag und einer Demonstration erläutert. NMM erlaubt es, flexibel alle vorhandenen Geräte zu integrieren und zentral zu steuern, um beispielsweise im gesamten Haushalt auf das TV-Programm zugreifen zu können. Auch lässt sich die Medien-Wiedergabe von einem Gerät spontan auf ein anderes verlagern, etwa vom tragbaren MP3-Player auf die Stereoanlage im Wohnzimmer. Gleichzeitig können auch verschiedene Benutzer mit bereits gestarteten Präsentationen verbunden werden und somit die gleichen Inhalte simultan auf verschiedenen Endgeräten konsumieren.

Durch die flexiblen Lizensierungsmöglichkeiten ist die entwickelte Multimedia-Architektur sowohl in Open Source und Forschungsprojekten als auch kommerziellen Produkten einsetzbar. Professionellen Support wird künftig ein darauf spezialisiertes Spin-Off- Unternehmen bieten.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
http://www.networkmultimedia.org/ und http://www.linuxtag.org/vcc/details.pl?id=150
Im Tagungsband des Linux-Tages "Video: Wiedergabe, Bearbeitung und Streaming unter Linux" von Nils Magnus und Torsten Spindler ist ein ausführlicher Artikel zu NMM enthalten.

Fragen beantworten Ihnen:

Marco Lohse
Lehrstuhl für Computergraphik, Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302-3869
E-Mail: mlohse@cs.uni-sb.de

Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-sb.de

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