Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GWDG nimmt neue 64-Bit-Rechensysteme in wassergekühlten Schränken in Betrieb

28.04.2005


Die technologische Entwicklung elektronischer Schaltkreise erzeugt ein Wachstum der Rechenleistung, das seit mehr als zwei Jahrzehnten in nur durchschnittlich 18 Monaten eine Verdoppelung der Rechengeschwindigkeit mit sich bringt. Im gleichen Maße wächst natürlich die Datenmenge, die mit den immer schnelleren Rechnern erzeugt und verarbeitet werden kann. Die 32-Bit-Rechnerarchitektur der PCs schränkt die Größe der zu bearbeitenden Datenmenge auf 2 Milliarden Bytes (ca. 2 GigaByte) ein und genügt damit nicht mehr den Anforderungen der immer realistischeren Simulationsrechnungen im technischen und wissenschaftlichen Bereich. Eine praktisch unbeschränkte Datenmenge (bis zu mehreren Milliarden GigaByte) kann die 64-Bit-Rechnerarchitektur bewältigen, die bereits seit einem Jahrzehnt in den für kommerzielle und wissenschaftliche Großanwendungen spezialisierten Rechnersystemen eingesetzt wird. Vor zwei Jahren hat die Firma AMD die 32-Bit-Architektur der PCs auf 64 Bit erweitert und im vergangenen Jahr ist der Marktführer auf dem PC-Sektor, Intel, nachgefolgt. Damit ist jetzt die kostengünstigere PC-Architektur im wissenschaftlichen Umfeld auch für Anwendungen mit großen Datenmengen einsetzbar.



Die GWDG hat vor kurzem zur Erweiterung und Erneuerung ihrer Rechenressourcen für nummerische Anwendungen ein solches neues 64-Bit-Rechensystem mit AMD-Opteron-Prozessoren in Betrieb genommen, damit ihre Benutzer möglichst schnell die Vorteile der neuen Prozessoren-Technik nutzen können. In diesem von der Firma MEGWARE gelieferten System stehen zum einen acht Server mit je vier Prozessoren und 32 GigaByte Hauptspeicher für sequenzielle Anwendungen zur Verfügung. Zum anderen gibt es für parallele Anwendungen 32 Server mit je zwei Prozessoren und 16 GigaByte Hauptspeicher, die mit einem schnellen Infiniband-Kommunikationsnetz verbunden sind. Die Gesamtleistung der bei der GWDG installierten Rechnersysteme erhöht sich damit um ca. 20 %. Besonders wichtig ist aber, dass durch die 64-Bit-Architektur der neuen Rechner und ihre große Speicherkapazität der schnell wachsende Bedarf der wissenschaftlichen Anwender an Simulationsrechnungen mit großen Datenmengen bedient wird. Dadurch verbessern sich ein weiteres Mal die Arbeitsbedingungen insbesondere der wissenschaftlichen Nutzer im Göttinger Raum, denn solche Anwendungen sind hier in ganz unterschiedlichen Forschungsgebieten zu finden, bei denen das Verhalten von möglichst realitätstreuen Modellen untersucht wird: Z. B. modellieren Astrophysiker den Lebenszyklus einzelner Sterntypen und die Entwicklung von Galaxien oder Mediziner wollen sich ein Bild von der Bewegungsdynamik der Kiefermuskulatur verschaffen.



Auch bei der Kühlung der neuen Opteron-Systeme betritt die GWDG Neuland. Da die rapide wachsenden Wärmemengen im Maschinenraum der GWDG in absehbarer Zeit nicht mehr durch die bisher eingesetzte Luftumwälzung abgeführt werden können, die an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, kommen nun wassergekühlte Einbauschränke zum Einsatz, die die von den eingebauten Rechnerkomponenten erzeugte Wärme über den Kaltwasserkreislauf des Maschinenraums abführen. Damit können in Zukunft höhere Rechenleistungszuwächse u. a. durch den Aufbau weiterer Rechen-Cluster von Instituten der Universität Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft im Maschinenraum der GWDG realisiert werden, als dies mit konventioneller Luftkühlung möglich wäre. Die neuen Rechner stehen in einem nahezu luftdicht geschlossenen Schrank mit sozusagen eigenem "Mikroklima", in dem auf der Rückseite die erwärmte Luft angesaugt, dann zu einem im Schrankboden integrierten Wärmetauscher abgeführt, dort gekühlt und anschließend wieder auf der Vorderseite zur erneuten Kühlung eingeblasen wird.

Dr. Thomas Otto | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de/

Weitere Berichte zu: 64-Bit-Rechensystem Datenmenge GWDG Gigabyte Maschinenraum Rechner

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie