Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Simulationssoftware

20.04.2005


Courage Compétition nutzt Computer-Simulation, um am 24- Stunden-Rennen von Le Mans teilzunehmen

Mit Software der ESI Group konnte Courage Compétition virtuell das Crash-Verhalten der Nase des neuen Rennwages C60 testen. Das Gewicht der komplett aus Verbundwerkstoffen hergestellten Komponente konnte um den Faktor 4 verringert werden.

Seit mehr als 20 Jahren beteiligen sich die Prototypen des Rennwagenherstellers Courage Compétition an LMP1- und LMP2-Rennen und schneiden im Wettkampf gegen die Fahrzeuge der weltweit tätigen Hersteller erfolgreich ab. Yves Courage, der Gründer des im französischen Departements Sarthe ansässigen Unternehmens, verfolgt das Ziel, seine Fahrzeuge mit Ausnahme des Motors zu 100 % selbst zu konstruieren. Für den Entwicklungsprozess hat Simulations-Software eine integrale Bedeutung, weil sie dem Konstrukteur hilft, rascher und billiger Fahrzeuge mit besseren Eigenschaften zu entwickeln. Mit der Software PAM-CRASH war es möglich, das Verhalten der Nase des neuen Modells C60 zu untersuchen, das am nächsten 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilnehmen wird. Ein besonders komplexes Problem bestand darin, dass dieses kritische Teil aus Verbundwerkstoffen hergestellt ist, die sich anders als metallische Werkstoffe bei einem Stoß nicht verformen, sondern in viele kleine Teile zersplittern. Mit PAM-CRASH konnte man die neuen, noch strengeren Frontal-Crash-Versuche durchführen und das Gewicht der Komponenten um den Faktor vier verringern.

"Um die besten Rennergebnisse zu erzielen, müssen wir die wenigen Prozente ausnutzen, die auf der Rennstrecke den Unterschied ausmachen", erklärt Yves Courage. "Deshalb sind wir mit unseren Software-Lieferanten eine technische Partnerschaft eingegangen. Die ESI Group hat für die Software PAM-CRASH ein neues Crash-Modell für Verbundwerkstoffe entwickelt. Dazu war es nötig, neue Algorithmen zu erarbeiten und zu prüfen." Die physikalischen Versuche ergaben, dass die Simulationsergebnisse um nur weniger als 3 % von den Versuchsergebnissen abwichen.

Nach dieser ersten Erfahrung hat Courage Compétition mit SYSPLY, der ESI-Software zum Optimieren von Verbundstrukturen, andere Komponenten untersucht, besonders den Fahrzeugboden aus einer Kohlenstoff-Nida-Kohlenstoff-Sandwichstruktur. SYSPLY zeigte die Bereiche an, in denen hohe Spannungen wirken, aber auch die wenig beanspruchten Bereiche mit übermäßig viel Werkstoff.

Durch Optimieren der Werkstoffverteilung wurde im gesamten Bauteil eine gleichmäßige Spannungsverteilung erreicht. Gleichzeitig gelang es, die Masse der Bodenplatte um 25 % zu reduzieren und die Steifigkeit um 40 % zu erhöhen. Alle Komponenten aus Verbundwerkstoff des neuen C60 wurden auf ähnliche Weise untersucht. Dies führte letztlich dazu, dass die Gesamtmasse um 15 % verringert werden konnte, und das, obwohl die von den neuen Richtlinien vorgeschriebenen Festigkeitswerte viel höher sind.

Angesichts der ständigen Weiterentwicklung der technischen Richtlinien im Motorsport wurde die Rechnersimulation zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel für Courage Compétition. Aus Kosten- und Zeitgründen wäre es nicht mehr möglich, physikalische Versuche an mehreren Prototypen durchzuführen. Nach einem Jahr enger Zusammenarbeit mit der ESI Group wurde Courage Compétition zum ersten Hersteller, der zum 24-Stunden- Rennen von Le Mans im Jahr 2004 ein Fahrzeug einsetzte, das bereits den neuen Richtlinien entspricht, obwohl es möglich war, bis zum Jahr 2007 zu warten, um diese Vorgaben umzusetzen. Durch diesen Wettbewerbsvorteil kann Yves Courage seine Modelle C70 und C75 für das Jahr 2006 in aller Ruhe entwickeln.

Sascha Nicolai | FIZIT - Pressebüro
Weitere Informationen:
http://www.fizit.de
http://www.esi-group.com

Weitere Berichte zu: C60 ESI PAM-CRASH Verbundwerkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten