Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Airbus A 380 startet zum Jungfernflug mit Technik aus Saarbrücken

12.04.2005


Wenn in Kürze der neue Airbus A 380 zum ersten Mal abhebt, wird er mit Hilfe von Saarbrücker Informatikern sicher gesteuert werden. Sie haben ein Programm entwickelt, das dafür sorgt, dass die Steuerungs-Software des Riesenfliegers immer zur richtigen Zeit die Befehle des Piloten weiterleitet. Schon im Testlauf am Boden konnte dadurch nachgewiesen werden, dass alle sicherheitskritischen Abläufe reibungslos funktionieren. Die jungen Wissenschaftler haben für ihre Entwicklung, die auch in der Autoindustrie auf Interesse stößt, den IST-Preis 2004, den bedeutendsten Wissenschaftspreis der Europäischen Union, erhalten.



Der neue Airbus wird nicht mehr, wie bei älteren Flugzeugen üblich, über einen Steuerknüppel mit Hydraulik gelenkt, der Pilot und Flügel direkt verbindet. Stattdessen sorgt ein komplexes System von Software und Prozessoren dafür, dass der riesige Flieger sicher durch die Lüfte schwebt. Beim Zusammenspiel dieser einzelnen Prozessoren kommt es entscheidend darauf an, dass jedes einzelne Teilsystem genau zur richtigen Zeit seine Aufgabe erledigt und damit auch pünktlich fertig wird. Um dies zu überprüfen, haben die Saarbrücker Informatiker für die Airbus France SA eine Software entwickelt, die so genannte "Laufzeitgarantien" für zeitkritische Systeme abgibt. Sie kann durch beweisbar korrekte Methoden vorhersagen, wann ein Computer in einem Rechnersystem seine Aufgabe spätestens ausgeführt hat.

... mehr zu:
»Airbus »Prozessor »Werkzeug


Das Programm mit dem komplizierten Namen "aiT Worst-Case Execution Time Analyzer" ist weltweit das erste Werkzeug, das automatisch das korrekte Zeitverhalten von Software in eingebetteteten Systemen garantieren kann, also in Rechnersystemen, mit denen Geräte und Maschinen gesteuert werden. Diese Systeme sind in jedem Auto zu finden, und wie im Flugzeug auch dort, wo es um die Sicherheit von Menschen geht. Damit Airbag und Bremssysteme korrekt funktionieren, kann das Werkzeug der Saarbrücker Informatiker vorhersagen, wie spät ihre Systeme im ungünstigsten Fall reagieren. Dass die Autoelektronik hier noch Nachholbedarf hat, zeigen die zahlreichen Rückrufaktionen der Automobilhersteller in letzter Zeit, die zum großen Teil wegen Softwarefehlern ausgelöst wurden. Das Werkzeug aiT ist ein Produkt des Unternehmens AbsInt Angewandte Informatik GmbH (http://www.absint.de), das sich im Science Park vor den Toren der Universität des Saarlandes angesiedelt hat. Christian Ferdinand ist der Geschäftsführer dieser 20-Angestellten-Firma. Sie ist aus dem Saarbrücker Informatik-Lehrstuhl von Prof. Reinhard Wilhelm hervorgegangen. Dort wird im Sonderforschungsbereich AVACS (Automatische Verifikation und Analyse komplexer Systeme) gemeinsam mit den Universitäten Freiburg und Oldenburg sowie dem Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken daran geforscht, wie die Verlässlichkeit komplexer Systeme noch erhöht werden kann.

Technischer Hintergrund der Software:

Der aiT Worst-Case Execution Time Analyzer ermöglicht die Berechnung von Laufzeitschranken für Echtzeitsysteme und stellt so sicher, dass Programme unter allen Umständen schnell genug reagieren. aiT basiert auf einer statischen Analyse des Cache- und Pipeline-Verhaltens einzelner Tasks. Es berechnet korrekte und präzise obere Schranken für die längstmögliche Ausführungszeit. Diese Schranken gelten für alle Eingaben und jede mögliche Taskausführung. Die verbreiteten, aber fehlerträchtigen und zeitraubenden Messverfahren können verkürzt oder ersetzt werden. Das erhöht die Systemsicherheit und reduziert die Kosten. Durch präzise Laufzeitschranken wird ein System besser ausgelastet und bleibt dennoch sicher.

aiT unterstützt die folgenden Prozessoren: ARM7, Motorola Star12/HCS12, PowerPC 555, 565 und 755, Motorola Coldfire 5307, Texas Instruments TMS320C3x und seit neuestem auch C16x und ST10, in Entwicklung für TriCore. Stackanalyzer berechnet automatisch den maximalen Stackverbrauch von eingebetteten Anwendungen für jeden Programmpunkt. Die Ergebnisse werden anschaulich im Aufruf- und Kontrollflussgraphen gezeigt. Laufzeitfehler wegen Stack Overflow gehören somit der Vergangenheit an.

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Dr. Reinhard Wilhelm
Lehrstuhl für Programmiersprachen
Tel.: 0681/302-3434
Email: wilhelm@cs.uni-sb.de

Dr. Christian Ferdinand
AbsInt Angewandte Informatik GmbH
Tel.:0681/831 83 17
Email: ferdinand@AbsInt.com

Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. 0681/302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.informatik-saarland.de

Weitere Berichte zu: Airbus Prozessor Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie