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Sinneswahrnehmung von digitaler Kunst

16.03.2005


Die Virtuelle Realität hat Simulationen ermöglicht, die Menschen dem realen Erlebnis möglichst nahe bringen. Allerdings wurden hierbei weder Tast- noch Geschmackssinn angesprochen. Im Rahmen des neuen Projekts Museum of Pure Form verschmelzen die Bereiche der Virtuellen Realität und des Kulturerbes miteinander, wobei gleichzeitig eine interaktive Sinneswahrnehmung ermöglicht wird.



In einer sich ständig wandelnden und schnell voranschreitenden modernen Welt versuchen Gesellschaften, an ihrem kulturellen Erbe festzuhalten, denn hierin liegen die Wurzeln unserer Existenz. Man strebt daher nach der Beibehaltung eines empfindlichen Gleichgewichts zwischen dem Genuss der Gegenwart und einer Verbindung zur Vergangenheit und zur Zukunft. Eines der kostbarsten Mittel der Zivilisation, um diesem Bestreben nachzukommen, ist die Kunst, die die Zeit überdauert und die Weltanschauung der jeweiligen Epoche verdeutlicht.



Mithilfe der technologischen Innovationen der Virtuellen Realität können Kunstwerke die Dimensionen von Raum und Zeit überwinden, wodurch die Vergangenheit bewahrt und gleichzeitig ein Gefühl der Ewigkeit erhalten wird. Die Technologien basieren auf Beobachtung, Modellierung und 3D-Visualisierung und bieten einen interaktiven und fließenden Ansatz für die Betrachtung eines Kunststückes unabhängig von seinem tatsächlichen Standort. Deshalb kann das System mit Museen und anderen kulturellen Einrichtungen in ganz Europa verbunden werden. Es verwendet den Ansatz der haptischen (aus dem Griechischen: "über den Tastsinn") Wahrnehmung von 3D-Kunstformen und -Plastiken.

Diese Technologie besitzt das Potenzial, digitale Kunst in Zukunft weit über den Bereich der Sinnenswahrnehmungen hinauszuführen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dies neben der tatsächlichen Anwesenheit die nächstbeste Sache sein.

Antonio Frisoli | ctm
Weitere Informationen:
http://www.percro.org

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