Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Datenbanken noch mobiler werden

06.01.2005


Informatiker der Universität Jena haben Patent auf neue Datenstruktur angemeldet



Es ist heute Alltag im Vertrieb: Zahlreiche Daten werden vor dem Besuch beim Kunden auf den Laptop des Verkäufers oder Service-Technikers überspielt - und müssen meist täglich oder noch häufiger aktualisiert werden. Dies kostet häufig noch sehr viel Zeit. "Wenn die Datenmengen sehr groß sind, dann geht dies auch mit modernster Technik nicht immer in Wunschgeschwindigkeit", erläutert Prof. Dr. Klaus Küspert von der Universität Jena. "Außerdem kann die Firma nicht alle Daten auf ein Handheld oder Laptop übertragen", weist der Informatiker auf das Mengenproblem hin. Am Lehrstuhl des Jenaer Datenbank-Experten ist nun ein Verfahren entwickelt worden, das den mobilen Daten-User autonomer und flexibler macht. Christoph Gollmick, Roman Pfender und Frank Michels aus Küsperts Team haben eine neue Datenstruktur erarbeitet, die gerade von der Universität zum Patent angemeldet worden ist.

... mehr zu:
»Datenstruktur »Laptop »Patent


"Zum Patent angemeldet wurde eine neue Datenstruktur zur Indizierung relationaler Daten zum Zweck der effizienten Auswertung, Speicherung und Verwaltung von SQL-Anfragen zur dynamischen Replikation zwischen Rechnern", fasst Gollmick, der seit diesem Monat beim IT-Unternehmen SAP arbeitet, das komplexe Verfahren zusammen. Die patentierte Methode erreicht den Zeitgewinn bei mobilen Informationssystemen durch eine spezielle Datenstruktur. Diese schafft ein dynamisches System, "denn es genügt oft nicht, wenn eine einmal festgelegte Struktur vom Zentralrechner auf den Laptop übertragen wird", weiß Gollmick und erläutert es am Beispiel eines Service-Technikers. Dieser fährt mit seinem Laptop und den benötigten Daten morgens zum Kunden und beginnt dort mit Messungen. Wenn es aber notwendig wird, muss er zusätzliche Messwerte von früheren Durchgängen oder andere Daten nachladen. Außerdem ist er vielleicht auf die aktuellen Daten angewiesen, die Kollegen bei anderen Kunden messen. Bei der Beschleunigung dieses Datentransfers - der auch von externen Faktoren abhängt, wie Handy-Nutzer z. B. beim Durchfahren eines Tunnels erleben - hilft das neue Patent. Mit dem Verfahren der Jenaer Informatiker kann die optimale Datenmenge bestimmt werden, die der mobile Anwender benötigt. Und die Struktur entscheidet selbstständig, ob bei einer neuen Anfrage die Daten im Laptop ausreichen oder vom zentralen Server erneut abgerufen werden müssen. Neu am Verfahren ist, dass diese Datenstruktur datenunabhängig ist, alle wichtigen Konstrukte der SQL-Anfragesprache ermöglicht und das Sperren ausgewählter Daten für den Zugriff durch andere Nutzer erlaubt.

Neben dem Einsatz bei Firmen mit on-demand-Schwerpunkten planen die Jenaer Absolventen, ihr Verfahren auch für ein Reiseinformationssystem zu nutzen. "Ich sehe den Touristen, der mit seinem Handheld oder anderen mobilen Geräten unabhängig von Netzwerkverbindungen auf Reiseinformationen zugreift, die zentral in einer Datenbank abgespeichert sind", schildert Gollmick seine Vision. "So kann der Tourist die Daten aller Restaurants der Umgebung auf sein Gerät kopieren und dann offline - also kostensparend - sein Lieblingsrestaurant auswählen", weist der Informatiker auf weitere Anwendungsmöglichkeiten hin.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Klaus Küspert
Tel.: 03641 / 946360, E-Mail: kuespert@informatik.uni-jena.de

Christoph Gollmick
E-Mail: christoph.gollmick@sap.com

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Datenstruktur Laptop Patent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie