Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine Klimafühler aus Silizium überwachen Mäusekäfige

17.11.2004



Siemens arbeitet an einer Klimaüberwachung in Gebäuden mit winzigen mikro-elektromechanischen Systemen (MEMS)

... mehr zu:
»Klimafühler »MEMS »Silizium

Ein erstes Projekt will das Unternehmen mit der Universität von Florida in Gainesville umsetzen: In einigen Wochen sollen Prototypen in den Labors den Testbetrieb aufnehmen und dort etwa den Kohlendioxid- und Ammoniakgehalt in den Käfigen von Mäusen messen, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet. Die Forscher wollen damit sichergehen, dass es den Versuchstieren gut geht und dass ihre Reaktionen tatsächlich auf ein Medikament oder eine Therapie zurückzuführen sind – und nicht auf andere Faktoren.

MEMS sind kleine Siliziumbausteine, die Mikroelektronik mit Mikromechanik und anderen Technologien vereinen. Die Sensoren können gleichzeitig Umweltdaten messen, Signale verarbeiten und weiterleiten. Dafür sind sie mit einem Funkmodul ausgestattet, dass ihnen eine drahtlose Kommunikation ermöglicht. Eingesetzt werden solche MEMS bereits in Autos, wo sie den Druck im Reifen messen. Perfekt eignen sie sich allerdings für das Gebäudemanagement: Die wenige Quadratmillimeter großen Fühler können auf einfache Weise installiert werden. Da sie ihre Daten – etwa über das Raumklima – via Funk versenden, sind sie viel kostengünstiger und effizienter als leitungsgebundene Systeme.


Stellen die MEMS von Siemens in den Mäusekäfigen einen hohen Kohlendioxid- und Ammoniakgehalt fest, deutet das auf stickige Luft und einen nötigen Wechsel des Streus hin. Die Klimafühler bestehen aus einem Siliziumträger mit integrierten Komponenten – Gassensoren oder auch eine Heizstruktur, die Rückschlüsse auf den Luftzug zulässt. Diese Struktur wird durch schwachen elektrischen Strom erwärmt. Streicht Luft an ihr vorbei, kühlt sie messbar ab.

In Zukunft sollen die MEMS noch kleiner werden. Dazu müssen Forscher sie aus einem Stück Silizium herstellen – statt wie bislang verschiedene Komponenten auf einen Siliziumträger zu installieren. In fünf Jahren sollen die Mini-MEMS ausgereift sein. In zehn Jahren könnten sie nur noch so groß wie ein Staubkorn sein. Unsichtbar in der Wandfarbe oder im Teppich versteckt, könnten sie miteinander kommunizieren und würden vor schädlichen Gasen warnen sowie Klimaanlage oder Heizung regeln.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/pof

Weitere Berichte zu: Klimafühler MEMS Silizium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise