Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Revolution eher verhalten

27.10.2004


PC und Internet sind bei der Mehrheit der Deutschen kein alltägliches



Die digitale Revolution hat sich nicht so umfassen durchgesetzt wie allgemein angenommen wird. Zwar sind nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes 61 Prozent aller Haushalte in Deutschland mit einem PC ausgestattet, aber die tägliche Nutzung des Gerätes beschränkt sich auf 13 Prozent. Was sich bereist in anderen deutschsprachigen Studien zeigte, wird vom Freizeit-Forschungsinstitut der British American Tobacco (BAT) in einer neuen Studie bestätigt: "Der vorausgesagte Verdrängungswettbewerb ’PC statt TV’ findet nicht statt", heißt es in der Studie "Freizeit-Monitor 2004", in der das Freizeitverhalten der Deutschen untersucht wurde.



Das Fernsehen hat laut der Studie nichts von seiner Attraktivität verloren. Die TV-Einschaltquoten bleiben stabil und die neuen Medien kommen zusätzlich hinzu." Zu den regelmäßigen Freizeitbeschäftigungen (mindestens einmal pro Woche) gehören nach wie vor Fernsehen (97 Prozent), Radiohören (91 Prozent) und Zeitunglesen (84 Prozent). Eine Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) gibt ehrlich zu, den PC "vielleicht einmal jährlich", seltener oder gar nie zu Hause zu nutzen.

"Der Computer ist für die privaten Verbraucher in erster Linie ein Kommunikations- und Unterhaltungsmedium und nur gelegentlich eine Informations- oder Einkaufsbörse", so BAT-Leiter Horst W. Opaschowski: "Im Internet-Markt gibt es mehr Gucker als Bucher. Einkaufen per Mausklick ist kein Massengeschäft". Zwar habe ein Viertel (24 Prozent) der Bevölkerung schon einmal die Möglichkeiten des Online-Shoppings genutzt, aber fast viermal so hoch ist hingegen der Anteil der Bundesbürger (88 Prozent), die öfter am Einkaufsbummel Gefallen finden. Tatsächlich haben mehr als zwei Drittel der Deutschen noch nie von Online-Shopping und E-Commerce-Angeboten Gebrauch gemacht. Der Begriff der „digitalen Spaltung“, sonst meist in Bezug auf die Versorgung mit Breitband-Internet gemeint, scheint bei näheren Betrachtung der Ergebnisse der Studie ein Phänomen zu sein, welches alters- und bildungsabhängig ist. „Die Verfügbarkeit von Computern und Internetzugang sagt noch nichts über die alltägliche, private Nutzung aus. Wer täglich am PC arbeitet, für den ist er ein normales Instrument in den Alltagsprozessen. Für die Mehrheit der Konsumenten ist der PC aber noch immer kein Gerät des täglichen Gebrauchs“, so Michael Sander, Geschäftsführer der TCP Terra Consulting Partners GmbH in Lindau.

Die "digitale Spaltung" der Konsumenten ist nach der Studie des Freizeitforschungsinstituts nicht nur ein Alters-, sondern auch ein Bildungsproblem. Die eifrigsten Internet-Benutzer finden sich erwartungsgemäß bei den jüngeren Altersgruppen: bis 34 Jahren nutzen 73 Prozent der Deutschen generell das Internet, hingegen sind es bei den über 55-Jährigen nur 18 Prozent. Aber ähnlich deutlich zeigen sich auch die Bildungsunterschiede: vom Homebanking machen gerade einmal sechs Prozent der Hauptschulabsolventen regelmäßig (wenigstens einmal in der Woche) Gebrauch; der Anteil der Befragten mit Gymnasialbildung ist mehr als viermal so hoch (26 Prozent). "Die digitale Spaltung ist vor allem ein Bildungsproblem und weniger eine Frage des Netzanschlusses oder der technischen Fertigkeiten. Mit dem Internet-Zugang lassen sich Bildungsmängel, also Defizite in Schule und Ausbildung nicht ausgleichen", so Opaschowski.

Für den Unternehmensberater Sander zeigt sich hier beim PC- und Internetkonsum ein Nutzerverhalten, dass er auch bei Mobilfunk beobachtet: „Ein großer Teil der PC- und Internetnutzung findet als Entertainment statt. Wenn es aber um Abläufe des täglichen Lebens geht, ist der Anteil der Nutzer deutlich geringer. Das ist im Mobilfunk ähnlich: das Datengeschäft läuft in erster Linie mit Klingeltönen und Bildern, also purer Unterhaltung“. Auch die Faszination des multimedialen PCs wirkt nicht eingeschränkt, so die BAT-Studie. Für die technischen Neuheiten auf dem Medienmarkt fehlt den meisten nicht nur das Geld, sondern auch die nötige Zeit. Die intensive Multimedia-Nutzung spart keine Zeit, wirkt eher als Zeitfalle und vereinnahmt die Zeitressourcen der Verbraucher. Daher treiben viele Menschen nach Feierabend lieber Sport (33 Prozent), fahren Fahrrad (36 Prozent) oder gehen mit Freunden aus (28 Prozent) und bleiben nicht online allein zu Haus.

Gunnar Sohn | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bat.de
http://www.terraconsult.de

Weitere Berichte zu: Mobilfunk Online-Shopping Spaltung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht KATWARN warnt auch in Fremdsprachen
14.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie