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WLAN eröffnet in Bayreuth nun drahtlos die Informationsschätze des Internets

06.08.2004


An der Universität Bayreuth ist jetzt ein drahtloses Funknetz (WLAN) in Betrieb gegangen, das es registrierten Nutzern ermöglicht, von derzeit fast 40 Örtlichkeiten auf dem Campus auf das Internet zuzugreifen - ein klarer Wettbewerbsvorteil für Rechenzentrumsleiter Andreas Grandel.



Die Biologie-Professorin Anna B. will noch eine neue Information in ihre bald beginnende Vorlesung einbauen. Vor dem Hörsaal bucht Sie sich mit ihrem Notebook-Computer drahtlos in das Internet ein, ruft ihre e-mails ab und baut die soeben per elektronischer Post aus Australien angekommene Information in die Präsentationssoftware ihrer Vorlesung ein. Wenige Hundert Meter entfernt öffnet zur gleichen Zeit der BWL-Student Jens B. seinen Laptop. Zwischen zwei Vorlesungen will er die Zeit nutzen, im elektronischen Bibliotheksangebot nach einer neuen Veröffentlichung zu fahnden, die eben sein akademischer Lehrer erwähnte. Auch er bucht sich innerhalb weniger Sekunden in das Internet-Angebot seiner Universität ein, recherchiert kurz in der Bibliotheks-Datenbank, wird noch vor Beginn der nächsten Vorlesung fündig und bestellt gleich online.

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Dieses alles, nämlich per WLAN (Wireless Area Network) drahtlos per Funk auf das Internet zuzugreifen, ist an der Universität Bayreuth keine Fiktion, sondern nach einer ausgiebigen Testphase seit Anfang August Realität. Bisher stehen auf dem Campus knapp 40 Zugangspunkte (Access Points) zur Verfügung, im Endausbau sollen es dann 150 sein. Man findet sie in Hörsälen und Seminarräumen ebenso wie in den Bibliotheken, der Cafeteria der Mensa und in vielen Verkehrsflächen.

Ins Netz kommt man mit dem alten WLAN-Standard 802.11 b und einer Übertragungsrate von 11 Mbps ( Megabit per Second = 1.000.00 Bit pro Sekunde), aber auch mit dem neuen und wesentlich schnelleren WLAN-Standard 802.11 g, mit dem bis 54 Mbps übertragen werden können. Auch der in den USA-bekannte Standard 802.11 a steht zur Verfügung, der auf einer anderen Frequenz sendet, und auch bis zu 54 Mbps zur Verfügung stellt - für Gäste aus Nordamerika ein guter Service, denn Sie brauchen ihren Rechner nicht umkonfigurieren.

Die Nachfrage bei Studierenden und Wissenschaftlern boomt regelrecht. Rund 1.200 Nutzer sind bereits registriert und können auf diesem Wege online gehen, denn ein WLAN-fähiger und tragbarer Rechner allein genügt nicht, um sich drahtlos in das universitäre und dann generell weltweite Kommunikations- und Informationsnetz einzubuchen. Alle müssen durch das "Nadelöhr" der Laptop-Sprechstunde im Rechenzentrum, um ihren Rechner registrieren zu lassen, die notwendige VPN-Clientsoftware aufzuspielen, um sich damit im Netzwerk anzumelden, und um schließlich gegebenenfalls Zugangshilfe zu erhalten. Ein wichtiger Punkt ist dabei noch, dass auf den Laptops und Notebooks der Anwender die schädlichen Computer-Viren und -Würmer identifiziert und eliminiert werden, die ansonsten auch drahtlos in das Netz gelangen könnten.

In der Testphase des vergangen Sommersemester haben die Spezialisten des Rechenzentrums bereits rund 50 Zugriffe pro Tag festgestellt, mit Spitzenwerten von 180. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Datensicherheit, die durch doppelte Verschlüssungsverfahren laut Dr. Andreas Grandel, dem Leiter des Bayreuther Universitätsrechenzentrums, gegeben ist. Dabei kann das Funknetz nur eine Ergänzung zu dem bestehenden Festnetz (LAN = Local Area Network) mit seiner superschnellen Lichtwellenverkabelung und Datenraten von 100 Mbps bis zu 1 Gbps (1.000.000.000 Bit pro Sekunde) sein. Dazu kommt, dass die Teilnehmerzahl im WLAN die Datenrate beeinflußt: Greifen drei Teilnehmer zugleich auf eine Verbindung nach dem g-Standard zu, dann stehen jedem nicht maximal 54 Mbps an Datenrate zur Verfügung, sondern nur ein Drittel davon.

Für Dr. Grandel stellt das universitäre Funknetz gleichwohl "einen klaren Wettbewerbsvorteil" dar, denn seine Universität gehört neben der Rostocker und den anderen bayerischen Unis, die auch demnächst funkend online gehen, zu den ersten universitären Ausbildungsstätten, die diese Technologie anwenden.

Und Grandel sieht darüber hinaus Vorteile durch die Möglichkeit fundamental neuer Studien- und Arbeitsformen, die generell durch räumliche und zeitliche Flexibilität der Arbeitsweisen unterstützt werden. Weitere Stichworte sind "multimediales Lernen" und "Selbstlernkontrolle" sowie die Möglichkeit von ad-hoc-Kommunikationslösungen für kurzfristige Vernetzungen bei Gremiensitzungen, Konferenzen und Workshops. Der Bayreuther Rechenzentrumsleiter verweist auch auf die Entlastung für die bestehenden Festnetz-Rechnerpools, hält aber für wichtiger, dass neue, zusätzliche Arbeits- und Kommunikationsräume entstehen, die den Zugriff auf lokale und weltweite Netzressourcen ermöglichen.

Jürgen Abel M. A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.lan.uni-bayreuth.de

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