Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Integriertes Projekt zur Entwicklung programmierbarer künstlicher Zellen

24.05.2004


Ein Konsortium von 13 Partnern aus acht europäischen Ländern wird im Rahmen des PACE (Programmable Artificial Cell Evolution)-Projekts die Auswirkungen von Lebenstechnologien untersuchen.



Das Integrierte Projekt wird von dem Gastprofessor der Universität Bochum in Deutschland, John McCaskill, koordiniert und möchte die Grundlage schaffen für eine neue Generation von integrierten Informationstechnologien, die programmierbare, sich selbst zusammensetzende künstliche Zellen verwenden. Das Projekt wird aus der Sektion Künftige und neu entstehende Technologien der thematischen Priorität Technologien für die Informationsgesellschaft (IST) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) gefördert.



"Das Projekt ist wesentlicher Bestandteil des Übergangs zu einer auf Informationen im Nanomaßstab basierenden Wirtschaft, in der die Lösung technischer Probleme zuerst und am effektivsten durch gespeicherte, optimierte und angewandte Nanoinformationen erfolgt", erläuterte Professor McCaskill gegenüber CORDIS News. "Künstliche Zellen stellen das potenziell völlig autonome Ende des Spektrums programmierbarer Geräte in der realen Welt dar."

Die Entwicklung künstlicher Zellen mit sich selbst anordnenden und entwickelbaren lebensähnlichen Eigenschaften wird mit Spannung erwartet, da diese Zellen für die nächste Generation einer sich selbst reparierenden Computer- und Robotertechnik sowie für die richtungsweisende Produktion und Sanierung auf Nanoebene erforderlich sind. Die daraus folgenden Anwendungen profitieren von einem Grad an unabhängiger Programmierbarkeit und Steuerung, der bei diesen Zellen höher ist als bei bestehenden Organismen. Diese Qualitäten machen die Technologie außerordentlich interessant für die Produktions-, Umwelt- und Gesundheitsindustrie.

Zwar sind die Lebenstechnologien in der Vergangenheit sehr umstritten gewesen, aber das PACE-Projekt will diese Technologien auch nicht unkritisch fördern, sondern vielmehr ihre potenziellen Vor- und Nachteile untersuchen. Ein Teil der Forschung behandelt den Grad an Autonomie und Entwicklungsfähigkeit, den die Zellen besitzen könnten, und will der Frage nachgehen, inwiefern beide wünschenswert sind. "So geht es bei dem Projekt auch darum, die Pros und Contras des Verzichts auf einen hohen Grad an zentraler Steuerung in der Technologie und insbesondere in der IT [Informationstechnologie] aufzudecken", sagte Professor McCaskill. "Das ist ganz allgemein ein Schlüsselthema beim komplexen Systemmanagement und ist lebenswichtig für die Zukunft unserer Gesellschaft."

Die durch die Lebenstechnologie-Forschung aufgeworfenen ethischen Fragen werden auch von dem neuen Europäischen Zentrum für Lebenstechnologien behandelt, das in Venedig, Italien, mit der Unterstützung der EU, der Stadt Venedig und der Universität von Venedig Ca’ Foscari entstehen soll. Zusätzlich zur Förderung einer fundierten öffentlichen Debatte über Lebenstechnologie wird das Zentrum ein Outreach- und Schulungsprogramm bereitstellen, das jungen Wissenschaftlern und Technikern die Lebenstechnologien nahe bringen will.

Wie das Thema des PACE-Projekts bereits nahe legt besteht das Konsortium aus Forschungsteams mit einer Fülle von Kompetenzen. Zusammen kann sich das Konsortium der Fachkenntnis in komplexen Systemen, integrierten Systemen, Robotik, Evolution, Statistik, Reaktionskinetik, physikalische Simulation, Mikrofluidik, organische und bioorganische Chemie, Computerschnittstellen, Kontrollsysteme, Standards und Ausbildungswesen rühmen. "Während multidisziplinäre Tätigkeiten seit einigen Jahren in Europa an Schwung gewinnen, stellt das PACE-Projekt mit seiner Spannweite von IT über Biologie zur Nanotechnologie den Schlüsseltest für die multidisziplinäre Integration dar. Das Projekt gibt Theoretikern ein starkes Mittel an die Hand, die Bedeutung ihrer Ergebnisse praktisch zu überprüfen, und bietet Experimentatoren sowohl Richtung als auch technische Unterstützung", berichtete Professor McCaskill CORDIS News.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.protocell.org/PACE
http://dbs.cordis.lu/news/de/home.html

Weitere Berichte zu: Lebenstechnologie PACE-Projekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Komfortable Software für die Genomanalyse
16.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten