Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Chip als Hoffnung für Gelähmte

14.04.2004


Chip-Implantat ermöglicht Gelähmten Computer-Steuerung. Bewilligung der FDA bereits erhalten



Das US-amerikanische Unternehmen Cyberkinetics Inc. plant, Querschnitt gelähmten Menschen einen winzigen Chip in das Gehirn zu implantieren, der es ermöglichen soll, einen Computer allein durch Denken zu steuern. Die Food and Drug Administration hat ihre Zustimmung zu diesem Versuch gegeben, wie die New York Times berichtet.

... mehr zu:
»BrainGate »Gelähmt


"Man kann Gehirnsteuerung durch Handsteuerung grundsätzlich ersetzen", sagte John P. Donoghue, Gründer von Cyberkinetics und Chairman von der neurologischen Abteilung der Brown Univeristy, wo an der Umsetzung des Projekts gearbeitet wurde. BrainGate, ein Teil der von Cyberkinetics entwickelten Implantate, soll es später Patienten mit Querschnittlähmung, Schlaganfall und seltenen Nervenerkrankungen wie der Lou Gehirg-Krankheit, ermöglichen, wieder zu kommunizieren und zum Beispiel Lichtschalter zu betätigen. Auch sollen Betroffene in einer angemessenen Geschwindigkeit Schreibmaschine schreiben können.

Den vorerst fünf teilnehmenden Personen, die bis jetzt noch nicht ausgewählt wurden, sollen in einer Operation die zwei Quadratmillimeter großen Chips implantiert werden. Der Schnitt wird unterhalb des Ohres vorgenommen und der Chip an der Oberfläche des Gehirns, in der Nähe der motorischen Rinde, die die Bewegung steuern soll, platziert. Elektroden, die wie Stacheln auf der Oberfläche des Chips sitzen, werden circa einen Millimeter in das Gehirn vorstoßen. Neben Gerhard Friehs, der operieren wird, wird auch ein unabhängiger Neurologe anwesend sein, der sicherstellen soll, dass die Operation bei Gefährdung des Patienten abgebrochen wird. Nach der Operation wird den Patienten ein Kabel aus ihrem Kopf hervor scheinen, über das sie mit einem Computer vernetzt werden und wie Charaktere aus "Die Matrix" aussehen.

Techniker besuchen die Patienten dann regelmäßig und üben mit ihnen den Umgang mit dem System. Dies soll ungefähr ein Jahr dauern, danach werden die Chips in einer zweiten Operation wieder entfernt. Kritiker stellen in Frage, ob die Risiken, die mit dem Eingriff verbunden sind, das Experiment als sinnvoll scheinen lassen.

Das Projekt, das 2001 in Massachusetts begonnen wurde, wurde mit neun Mio. Dollar veranschlagt. Bisher wurden die Versuche an 18 Affen durchgeführt, bei denen kaum Nebenwirkungen aufgetreten sind. Affen, denen derartige Chips implantiert wurden, konnten allein durch Willenskraft Cursor an Computern bedienen und Roboterarme bewegen.

Cyberkinetics plant nicht, das derzeitige Modell von BrainGate auf den Markt zu bringen, vorerst soll noch an der Verbesserung von BrainGate gearbeitet werden. Timothy R. Surgenor, CEO von Cyberkinetics, rechnet damit, mit dem Verkauf ab 2007 oder 2008 zu beginnen, wobei sich der Preis bei mehreren zehntausend Dollar bewegen wird.

Verena Erhart | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cyberkineticsinc.com
http://www.nytimes.com
http://www.brown.edu

Weitere Berichte zu: BrainGate Gelähmt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie