Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IST-Projekt entwickelt System zu Archivierung und Abruf audiovisueller Inhalte

27.10.2003


Da immer mehr Daten als Video-, Bild- oder Audioformate vorliegen, wird es immer wichtiger, audiovisuelle Inhalte suchen und abrufen zu können.



Ein kürzlich abgeschlossenes EU-Forschungsprojekt könnte eine Lösung dafür bieten. Das mit einer Million Euro aus dem Programm IST des Fünften Rahmenprogramms geförderte Projekt CIMWOS (Combined Image and Word Spotting) hat ein neues System für die Archivierung und das Retrieval von Multimedia-Inhalten entwickelt.

... mehr zu:
»Archivierung »IST-Projekt


Die erste Aufgabe des CIMWOS-Konsortiums bestand in der Entwicklung von eigens auf die Klassifizierung von audiovisuellem Material abgestimmten Suchalgorithmen. Im Bereich der Audiodateien macht dies den Einsatz kontinuierlicher Spracherkennungstechnologien notwendig, die aufzeichnen, was der Sprecher zu welchem Thema gesagt hat. Zudem extrahieren die Bildverarbeitungsalgorithmen des Systems Details wie Szenen, Logos, Objekte und bestimmte Gesichter sowie eventuell vorhandene Bildunterschriften und Untertitel, die die Grundlage zukünftiger Suchen bilden sollen.

Das CIMWOS-Konsortium umfasst Partner aus Belgien, Frankreich, Österreich und der Schweiz und wird geleitet von Dr. Athanassios Protopapas vom Institut für Sprachverarbeitung in der griechischen Hauptstadt Athen. Dr. Protopapas erklärte gegenüber CORDIS-Nachrichten: "Die Zusammenfassung des Materials ist sehr wichtig, wenn man umfangreiche Abschnitte mit audiovisuellen Inhalten schnell absuchen will, ohne jeden Schritt beobachten zu müssen. CIMWOS stellt gegenüber früheren Forschungsprojekten einen großen Schritt nach vorne dar, denn es setzt eine ultramoderne Verarbeitungstechnologie ein."

Nachdem eine Methode zur Zusammenfassung und Archivierung der Daten gefunden worden war, bestand die nächste Aufgabe in der Entwicklung einer anwenderfreundlichen Schnittstelle, über die Angaben effizient gesucht und abgerufen werden können. Als Grundlage für diese Schnittstelle diente eine Datenbank mit Rundfunk-Nachrichten und -Dokumentationen in drei EU-Sprachen (Englisch, Griechisch und Französisch). Außerdem entwickelte das Team ein webbasiertes System, mit dem die Anwender ihre Suche auf Grundlage von Medienbeschreibungen, Inhalts-Metadaten und freiem Text durchführen können.

Da Videodateien in hoher Qualität viel Speicherplatz und Bandbreite erfordern, entwickelte das CIMWOS-Team darüber hinaus ein System, mit dem die Anwender von ihrem Arbeitsplatz aus umfangreiche audiovisuelle Datenbanken absuchen können, wobei die Ergebnisse in einem kompakten Vorschauformat angezeigt werden. Nachdem der Anwender die relevanten Ergebnisse ausgewählt hat, muss er nur diese herunterladen, sodass er Zeit spart und das Netz weniger belastet wird.

Dr. Protopapas geht davon aus, dass CIMWOS ein wichtiges Mittel zur Förderung der Wiederverwendung von audiovisuellen Inhalten sein wird und so die Kosten von neuen Produktionen in Grenzen halten wird. Ferner erwartet er, dass die vom Konsortium entwickelten Methoden zur Standardisierung und Vereinheitlichung von audiovisuellen Datenbanken beitragen werden und so den Weg hin zu umfangreichen europäischen digitalen Bibliotheken ebnen.

Das Konsortium ist sich zwar bewusst darüber, dass die Entwicklung des Systems noch nicht abgeschlossen ist, betont aber, dass es sich praktisch in einem nutzbaren Stadium befindet und Funktionen umfasst, die kommerzielle Anwendungen noch nicht bieten.

Ein externer Sachverständiger zog bei der Beurteilung des Systems folgendes Fazit: "In der Archivierung gilt bei der BBC für die Indexierung der internen Produktion ein Standard von acht Stunden Dokumentation für eine Stunde Programm. Mit Hilfe der CIMWOS-Tools könnte der Aufwand aus meiner Sicht auf vier Stunden verkürzt werden. Dies dürfte meines Erachtens ausreichen, um einen Direktor, der 120.000 Stunden [Programm] digitalisieren muss, von der strategischen Bedeutung dieses Projekts zu überzeugen."

| cn
Weitere Informationen:
http://www.xanthi.ilsp.gr/cimwos
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21098&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: Archivierung IST-Projekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise