Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuronale Netze ermöglichen Computerprogrammen ein selbständiges Lernen

01.04.2003


Die Roboterspezialisten vom Lehrstuhl Informatik 1 der Universität Dortmund treten in diesem Monat an der Universität Paderborn mit ihren kickenden Computern zur 3. offenen deutschen Meisterschaft im Roboterfußball an.


Die Wettkämpfe finden vom 10. bis 13. April im Heinz-Nixdorf-Forum in Paderborn statt. Die Dortmunder unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Riedmiller, starten sowohl in der Simulationsliga - wo sie bereits seit mehreren Jahren auch international sehr erfolgreich agieren - als auch zum ersten Mal in der ’Königsklasse’ der autonomen Roboter, der sogenannten ’Mid-Size’-Liga.

Entwickelt werden die Roboter und zugehörigen Steuerungsprogramme an der Universität Dortmund mit viel persönlichem Engagement im Rahmen einer studentischen Projektgruppe und einer freiwilligen Arbeitsgruppe, die von den wissenschaftlichen Mitarbeitern Artur Merke, Martin Lauer und Roland Hafner am Lehrstuhl Informatik 1 betreut werden.


Bildschirm-Spieler lernen aus eigener Erfahrung

In der Simulationsliga treffen keine echten, sondern virtuelle Roboter aufeinander. Jede Mannschaft besteht auf dem Bildschirm oder der Großbildwand aus elf Spielern, von denen jeder - durch ein eigenes Computerprogramm gesteuert - selbstständig auf dem Spielfeld agiert, ohne dass die Programmierer eingreifen. Auf Schnickschnack hat man verzichtet: Die Roboter sind nicht als virtuelle Menschen - etwa gar in Bundesligatrikots - dargestellt, sondern als sich bewegende Kreise.

Das Besondere an der Arbeit der Dortmunder Forscher ist weniger der Spieltrieb als ihr wissenschaftlicher Ansatz: Einen überwiegenden Teil ihrer Spielfertigkeit lernen die Programme der ’Brainstormers’ (so der Name des Dortmunder Simulationsligateams) selbständig und ohne menschliches Zutun. Die Erkenntnisse eignen sich keineswegs nur im Computerspiel, sondern für jeden Computer im räumlichen Geländeeinsatz.

Wesentlicher Bestandteil des Lernens sind dabei sogenannte neuronale Netze. Diese an die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns angelehnten Strukturen ermöglichen es, den Computerprogrammen Erfahrungen flexibel zu vermitteln und bei Bedarf wieder abzurufen.

Ein Schwerpunkt der Dortmunder Forscher ist das Lernen im Team: Eigenständige Programme müssen dabei lernen, ihre Entscheidungen so aufeinander abzustimmen, dass ein gemeinsames Ziel erreicht wird. Beim Roboterfußball heißt das vor allem zu lernen, koordiniert abzuspielen und sich freizulaufen, um gemeinsam Tore zu schießen.

Wenn Dreiräder kicken...

In der Mid-Size Klasse treten die Dortmunder dieses Jahr zum ersten Mal an. Hier sind die Roboter real und vollkommen autonom. Die etwa 60 cm hohen Maschinen bewegen sich beim Kampf um den Ball auf je drei Rädern in einem 9 mal 5 Meter großen Fußballfeld.

Die ’Brainstormers Tribots’ der Uni Dortmund bestehen aus einer selbstentwickelten mobilen Plattform, einem Steuerrechner und einem Kamerasystem.

Wissenschaftliches Ziel ist es auch hier, Lernverfahren zu erforschen, die es den Robotern ermöglichen, ihre Fähigkeiten selbständig zu lernen.

Klaus Commer | idw
Weitere Informationen:
http://ls1-www.cs.uni-dortmund.de/~riedmill/projects/index.html
http://www.robocup-german-open.de

Weitere Berichte zu: Computerprogramm Neuronal Roboter Roboterfußball Simulationsliga

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Modularer Supercomputer weltweit geht am Forschungszentrum Jülich in Betrieb
14.11.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Online-Computerspiele verändern das Gehirn
09.11.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte