Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Animation selbstständig handelnder Menschmodelle am Kaiserslauterer Forschungszentrum DFKI

06.01.2003


Im Jahr 2002 startete am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität Kaiserslautern das auf drei Jahre ausgelegte Forschungsprojekt CONTACT zur Simulation und Animation selbstständig handelnder Menschmodelle. Das Projekt wird im Forschungsbereich "Intelligente Visualisierungs- und Simulationssysteme" unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Hagen durchgeführt und mit einer Million Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Diese finanzielle Unterstützung bestätigt die Qualität der schon seit vielen Jahren international sehr erfolgreichen Forschungstätigkeit der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Hans Hagen. Die Simulation und Animation "virtueller Menschen im Rechner" gewinnt in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten eine immer größere Bedeutung. Durch das frühzeitige Einbeziehen des "Faktors Mensch" bei der Produktentwicklung, bei der Analyse von Arbeitsabläufen sowie bei der Untersuchung von Arbeitsplatz- und Produktergonomie können die Kosten für die Entwicklung von Prototypen reduziert und die Qualität von Produkten gesteigert werden.



Die Simulation und Animation von Menschmodellen in den oben beschriebenen Anwendungsgebieten ist jedoch sehr komplex. Selbst kleine Änderungen im Ablauf der zu berechnenden Simulation und Animation erfordern oftmals eine Neuberechnung vieler Einzelschritte. Dies führt zu einem enormen Arbeits-, Zeit- und Kostenaufwand sowie dem Einsatz einer Vielzahl hoch spezialisierter Fachleute und Programmierer.Aus diesem Grund wird im Projekt CONTACT daran gearbeitet, mit Hilfe von Methoden und Techniken der künstlichen Intelligenz (KI) diesen Aufwand und somit die Kosten zur Berechnung hochwertiger Computeranimationen zu reduzieren. Mit Hilfe geeigneter Modelle und Verfahren soll der Anwender in die Lage versetzt werden, lediglich die Aufgaben vorgeben zu müssen, die die virtuellen Charaktere erfüllen sollen. Die Charaktere entscheiden dann selbstständig aufgrund ihres Wissens und mit Hilfe entsprechender KI-Methoden, welche Aktionen und Bewegungsabläufe durchzuführen sind. Hierbei behält der Benutzer jedoch stets die Kontrolle über die Charaktere, so dass er zum Beispiel ein vorgegebenes Verhalten jederzeit erzwingen kann. Die auf diese Weise berechnete Bewegung der Charaktere wird anschließend aus vorgefertigten Bewegungsbausteinen zusammengesetzt, die in einer Datenbank verwaltet und jederzeit wieder verwendet werden können.



Das im Rahmen dieses Projektes entwickelte Softwaresystem kann in vielen Anwendungsgebieten eingesetzt werden. So kann beispielsweise durch die Ergebnisse einer automatischen Simulation und Animation von virtuellen Testfahrern, das Design und die Funktionalität eines sich noch in der Entwicklung befindenden neuen Kraftfahrzeugs frühzeitig entscheidend beeinflusst werden. Darüber hinaus kann das System in interaktiven virtuellen Umgebungen, in Multimediaanwendungen oder in allen Bereichen eingesetzt werden, die von der automatischen Simulation und Animation virtueller Menschmodelle profitieren.

Thomas Jung | idw

Weitere Berichte zu: Animation Anwendungsgebiet DFKI Menschmodell Simulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie