Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RFID-Alternative: "Intelligente" Objekte auf dem Prüfstand

08.07.2008
EU-Projekt forciert Forschung an Zukunftstechnologie

"Intelligente" alltägliche Objekte, die per Funk mit ihrer Umgebung kommunizieren, haben das Potenzial zur wichtigen Zukunftstechnologie. Als "Cooperating Objects" könnten sie dort zum Einsatz kommen, wo die derzeit verbreitete Technologie der Radio-Frequenz-Identifikation (RFID) an ihre Grenzen stößt.

"Bei RFID liegt die Intelligenz im überwachenden System, während bei Cooperating Objects jedes Objekt für sich intelligent ist", meint Pedro José Marrón, Informatiker an der Universität Bonn und dem Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS), gegenüber pressetext. Er leitet ein EU-Projekt zur Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet, das Universitäten und Technologie-Unternehmen zusammenbringt.

RFID kommt heute zum Einsatz, um etwa durch funkende Skipässe Wartezeiten an Liften zu reduzieren. Die Deutsche Bahn testet seit Herbst 2007 das bargeldlose Ticket-Zahlen per Handy mit RFID-Chip als "Touch & Travel". Allerdings benötigen RFID-Systeme ein Backend, das die "relativ dummen" Chips verwaltet, so Marrón. "Das geht nur bis zu einer gewissen Menge an RFID-Tags gut, ehe das System an seine Grenzen stößt", erklärt der Informatiker. Bei Cooperative Objects dagegen nutzt jedes einzelne Objekt einen intelligenten Computer und die Gegenstände sind damit in der Lage, selbstorganisierend zu wirken und dem System auch Anweisungen zu geben.

... mehr zu:
»RFID

"Das Thema ist extrem heiß, gerade für die Logistik-Branche", meint Marrón. Intelligente Etiketten für Flug-Gepäck könnten dafür sorgen, dass die markierten Gepäckstücke nach dem Check-In auch wirklich den Weg in das richtige Flugzeug finden. Im Gegensatz zu RFID könnte dabei das intelligente Etikett eines Koffers beispielsweise dem System mitteilen, dass es einen späten Check-In gab und mit dem Transport von Gepäck zum Flugzeug auf diesen Koffer zu warten ist. Auch Änderungen in Flugdaten wie beispielsweise ein Upgrade der Klasse könnten leicht verwaltet werden, so Marrón. Genau wie bei RFID sind Datensicherheit und Datenschutz Themen, die für die praktische Anwendung wichtig sind. "Mit der Sicherheit der Technologie steht und fällt ihre Akzeptanz", bestätigt der Informatiker. Ein weiterer Faktor ist die Verwaltung der massiven Datenmengen und -ströme, die beim Cooperating Objects anfallen können. "Es ist die richtige Unterstützung erforderlich, um die richtigen Daten im richtigen Moment nutzen zu können", betont Marrón gegenüber pressetext.

Im Rahmen des von Marrón geleiteten EU-Projekts "Cooperating Objects Network of Excellence" (CONET) http://www.cooperating-objects.eu wird die entsprechende Forschung im Bereich Cooperating Objects organisiert. Neben elf Universitäten aus zehn europäischen Ländern sind am Projekt auch große Technologie-Unternehmen wie SAP, Boeing und Schneider Electric beteiligt. Sie sollen von Synergien in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft profitieren. "Praxistauglichkeit ist sehr wichtig für die Unternehmen, während Wissenschaftler großen Wert auf Zukunftsorientiertheit legen", betont Marrón. Die EU fördert CONET bis 2012 mit vier Mio. Euro, weitere sechs Mio. investieren die Projektpartner.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.iais.fraunhofer.de
http://www.uni-bonn.de
http://touchandtravel.de

Weitere Berichte zu: RFID

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten