Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3-D-Aufnahmen – schnurlos und jederzeit

02.04.2008
Spurensicherung am Tatort, Vermessung von Gesichtern für medizinische Anwendungen, Stichproben bei der Produktion – dreidimensionale Abbildungen sind vielerorts gefragt. Ein schnurloses, handliches Gerät ermöglicht solche Aufnahmen nun schnell und an jedem Ort.

Tief haben sich die Autoreifen in den matschigen Waldboden am Tatort gedrückt: Die Experten von der Spurensicherung gießen den Abdruck mit Gips aus, um ihn später mit den Reifenprofilen der Autos Verdächtiger vergleichen zu können.

Künftig soll dies einfacher gehen: Die Polizisten brauchen nur noch einen 3-D-Sensor in die Hand nehmen, wie bei einem Fotoapparat auslösen und einige Sekunden später sehen sie das dreidimensionale Abbild der Reifenspur auf dem Laptop. Der Sensor ist nicht größer als ein Schuhkarton und wiegt nur etwa ein Kilo – er ist also auch bei Außeneinsätzen, etwa im Wald, gut zu handhaben. Auf Kabeltrommeln kann man verzichten: Der Sensor funkt die Daten via WLAN an den Computer, Batterien versorgen ihn mit Strom.

Entwickelt wurde der Sensor am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena. »Er besteht aus zwei Kameras und einem Projektor in der Mitte«, sagt Dr. Gunther Notni, Abteilungsleiter am IOF. »Die beiden Kameras sorgen für die dreidimensionale Sicht, ähnlich wie zwei Augen. Der Projektor wirft ein Streifenmuster auf die Gegenstände. Über die Deformation der Streifen kann man auf die Geometrie des vermessenen Gegenstands schließen.« Diese Streifenprojektion ist bereits ein etabliertes Verfahren. Neu an dem Vermessungsgerät mit dem Namen »Kolibri Cordless« sind Messgeschwindigkeit, Größe, Gewicht und der kabellose Betrieb. Zum Vergleich: Herkömmliche Geräte dieser Art wiegen etwa vier- bis fünfmal so viel und sind mit rund 50 Zentimetern Länge mehr als doppelt so groß. »Die Basis für die Verkleinerung legt der Projektor. Er erzeugt sein Licht mit Leuchtdioden, LEDs, anstelle der üblichen Halogenlampen «, sagt Notni. Die Herausforderung: Die LEDs strahlen in alle Richtungen. Damit das Bild dennoch hell genug ist, muss das Licht mit spezieller Mikrooptik so gesammelt werden, dass es auf das Objektiv trifft.

... mehr zu:
»LED »Projektor »Sensor

Die Anwendungen sind vielfältig: »Patienten, die schnarchen, brauchen oft eine Atemmaske zum Schlafen. Damit sie nicht drückt, muss sie für jeden Patienten individuell angefertigt werden. Mit unserem System kann der Arzt das Gesicht des Patienten in wenigen Sekunden scannen und die Atemmaske anhand dieser Daten anfertigen lassen«, sagt der Forscher. Die Hauptanwendung sieht Notni in der Qualitätssicherung bei Produktionsprozessen: Mit dem tragbaren Gerät lassen sich auch schwer zugängliche Bereiche vermessen, oder bereits eingebaute Komponenten, etwa die Position von Fußpedalen im Fahrzeug-innenraum. Auf der Messe Control vom 22. bis 25. April in Stuttgart stellen die Forscher ihre Entwicklung vor (Halle 1, Stand 1520).

Dr. rer. nat. Gunther Notni | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iof.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: LED Projektor Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften