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3D-Gesichtsmorphing in Echtzeit mit Webcam

23.08.2011
Augmented-Reality-Tool arbeitet mit Standard-Hardware

Vlado Kitanovski, Student am "Multimedia & Vision Lab" der Queen Mary University in London, hat eine Software entwickelt, die Gesichtsveränderungen in Echtzeit darstellt. Dabei bildet sie die Verzerrungen dreidimensional ab und läuft mit handelsüblicher Hardware. Der Erfinder will das Programm in Zukunft mit weiteren Fähigkeiten ausstatten und smartphonetauglich machen.

Aus 2D mach 3D

Ein Computer mit Grafikkarte und einer Webcam - mehr als die Standardausrüstung der meisten Haushalte benötigt Kitanovskis Erfindung nicht, um zu funktionieren. Den Rest übernimmt der von ihm geschriebene Code, der die verzögerungsfreie Veränderung des eigenen Gesichts berechnet. "Man muss nur einen kurzen Moment gerade in die Kamera blicken, dann ist das 3D-Modell fertig", schildert der Wissenschafter gegenüber pressetext.

Obwohl herkömmliche Kameras lediglich zweidimensionale Bilder abliefern, gelingt es seinem Tool, daraus die dreidimensionale Oberfläche des Gesichts abzuschätzen, und geometrische Verzerrungen abzubilden. Diese werden perspektivisch korrekt dargestellt, während der Nutzer seinen Kopf bewegt oder dreht. Dabei bedient sich das Programm einer Technik namens "Frame Warping", um Bild für Bild akkurat zu bleiben. Die Qualität des Outputs ist letztlich von der Auflösung der Kamera abhängig, herzeigbare Resultate gelangen Kitanovski mit einer einfachen Logitech-Kamera, die 640x480 Bildpunkte Auflösung liefert.

Make-up-Funktion in Arbeit

Der Student möchte seine Erfindung um zusätzliche Features erweitern. "Ich arbeite an der Implementierung von farblichen Veränderungen, so dass man etwa virtuell Make-up ausprobieren kann", sagt er. Ein weiteres Ziel ist die Portierung auf Smartphones, die aber derzeit noch nicht die benötigte Rechenleistung liefern. Hierfür stellt er eine abgespeckte Version des Programms in Aussicht.

Dass normale Spiegel in Zukunft von Kameras und großen Bildschirmen ersetzt werden, glaubt Kitanovski nicht. "Es gibt bereits Spiegel, an denen man Kleidung und Schuhe virtuell anprobieren kann. Das ist eher etwas für den Handel", meint er. Seine Konzentration gilt weiterhin der Verzerrung des Gesichts, einen möglichen Einsatzbereich für sein Tool sieht er in der plastischen Chirurgie.

Ob er seine Erfindung kommerzialisieren wird, weiß er noch nicht. Derzeit liegt sein Fokus darauf, das Projekt in den kommenden zwei Jahren weiterzuentwickeln. Er wird seine Software Mitte September auf der "IEEE International Conference on Image Processing" in Brüssel http://icip2011.org präsentieren.

Demonstrationsvideo:
http://www.newscientist.com/blogs/onepercent/2011/08/augmented-reality-mirror-chang.html

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://qmul.ac.uk

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