Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirbelstürme transportieren Kohlenstoffmassen ins Meer

14.07.2010
Taiwans Flüsse befördern Sedimente in die Tiefsee

Ein Forscherteam der Sun Yat-sen Universität in Taiwan hat festgestellt, dass tropische Wirbelstürme große Mengen Kohlenstoff vom Land in die Tiefsee transportieren. Das hat Auswirkungen auf den gesamten Kohlenstoffkreislauf und auch auf die marinen Ökosysteme. Das berichten Wissenschaftler um den Geologen James Liu im Fachmagazin Nature.

Kleine Länder wie Taiwan machen nur drei Prozent der globalen Landmasse aus, sind allerdings für 35 Prozent der weltweiten Kohlenstoffeinträge ins Meer verantwortlich. Bis jetzt war es nicht bekannt, wie das funktioniert. Die Wissenschaftler hatten zur Untersuchung dieser Mechanismen, den Gaoping Fluss erforscht, der auf 4.000 Meter Höhe entspringt und in den 260 Meter tiefen Gaoping Unterwasser Canyon fließt. Von dort gelangt das Wasser in den mehr als 3.000 Meter tiefen Manila Graben.

Sedimente landen in der Tiefsee

"Mit einem Höhenunterschied von rund 7.000 Metern gibt es einige interessante Phänomene zu beobachten", so Liu. Nach tropischen Wirbelstürmen konnten die Wissenschaftler immer braunes, sedimentreiches Wasser an der Mündung des Flusses beobachten. "Es war uns unklar, wohin diese Sedimente schließlich hingelangen", erklärt der Forscher. In den Sedimenten waren sowohl frischer organischer Kohlenstoff von Pflanzen und Tieren als auch anorganischer vom Boden und von Mineralien enthalten.

Liu und sein Team haben zwischen Juli und September 2008 vier tropische Wirbelstürme beobachtet. Dabei konnten sie nach den ersten beiden Stürmen, Sedimente aus dem Fluss an den tiefsten ausgewählten Messpunkten -rund 650 Meter unter Wasser - entdecken. "Da aber Süßwasser eine geringere Dichte als Meerwasser aufweist, sinken Bestandteile des Flusses normalerweise nicht tiefer als ein paar Meter. "Wenn der Gaoping Fluss nach einem Sturm braun gefärbt ist und das Wasser die Berge hinabfließt, bewegen sich die Sedimentteile viel tiefer in den untermeerischen Canyon als bisher angenommen", so der Forscher.

30.000 Tonnen Kohlenstoff pro Tag

Die Taifune dauern zwar nur wenige Tage an, sind jedoch in der Lage riesige Mengen an Kohlenstoff umzuschichten. "Allein der Taifun Kalmaegi hat an einem Tag 30.000 Tonnen Kohlenstoff ins Meer transportiert. Mit den Strömungen waren drei Viertel davon ins Südchinesische Meer gelangt", berichtet Liu.

"Die Mengen an Kohlenstoff sind tatsächlich groß", meint der Meteorologe Bernhard Pospichal von der Wiener Universität für Bodenkultur http://www.boku.ac.at im pressetext-Interview. Diese Rechnungen haben jedoch nichts mit dem atmosphärischen CO2 zu tun, betont der Forscher. Der Starkregen bei solchen tropischen Stürmen fördert die Erosion. Dadurch gelangen große Mengen von Sedimente in den Fluss. "Fraglich ist, welche Auswirkungen solche großen Mengen von Sedimenteinträgen auf den Ozean selbst haben, meint Pospichal. "Vorstellbar sei eine Übersäuerung durch den Kohlenstoff."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.oia.nsysu.edu.tw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neue Erkenntnisse zum Meeresspiegel-Anstieg
26.05.2017 | Universität Siegen

nachricht Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen
24.05.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften