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Weniger Wirbelstürme im polaren Nord-Atlantik

16.09.2010
Wissenschaftler am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht haben gezeigt, dass die Häufigkeit von polaren Wirbelstürmen im Nord-Atlantik, so genannten Polartiefs im Zuge der globalen Erwärmung abnehmen kann.

Zusätzlich können sich die Entstehungsgebiete der Polartiefs in Zukunft weiter nordwärts verlagern. Die Ergebnisse der Geesthachter Küstenforscher wurden jetzt in der renomierten Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Schwer vorhersehbar

Polartiefs sind kleinräumige Stürme, die in den Ozeanen der hohen Breiten auftreten und tropischen Wirbelstürmen ähneln. Auch wenn Polartiefs nicht zu jeder Zeit Orkanstärke erreichen, sind sie für die Seefahrt und Küstengebiete besonders tückisch, da sie sich sehr plötzlich entwickeln können. Hinzu kommt, dass Polartiefs aufgrund Ihres geringen Durchmessers von nur einigen hundert Kilometern schwer vorhersehbar sind.

Mathematik macht Vergangenheit und Zukunft sichtbar

Um herauszufinden, ob sich die Häufigkeit von Polartiefs im Nordatlantik im Zuge des Klimawandels bereits verändert hat, untersuchten Dr. Matthias Zahn und Prof. Hans von Storch, Leiter des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht und Mitglied des KlimaCampus der Universität Hamburg, zunächst globale atmosphärische Daten zwischen 1948 und 2006.

Ein von ihnen entwickeltes mathematisches Verfahren ermöglichte es dabei, solche Wirbelstürme am Computer zu reproduzieren und zu detektieren, die in der Vergangenheit aufgrund mangelnder Satellitenabdeckung nicht entdeckt wurden.

Mithilfe von regionalen Rechenmodellen und zukünftigen Klimaszenarien des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) simulierten sie nun auch polare Wirbelstürme der Zukunft. Sie stellen fest, dass die Häufigkeit von Polartiefs bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 50 % abnehmen kann und sich diese Wetterereignisse im Zuge der globalen Erwärmung weiter nordwärts verlagern.

Wechselspiel von Ozean und Atmosphäre

Matthias Zahn, der mittlerweile in England an der Universität in Reading forscht, führt den Rückgang der polaren Wirbelstürme auf einen veränderten vertikalen Temperaturgradient zurück:

„Die Atmosphäre erwärmt sich heute und in Zukunft schneller als der Ozean unter ihr. Dadurch nimmt die treibende Kraft - der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft ab“, so Matthias Zahn. Dies hat einen stabilisierenden Effekt auf die Atmosphäre und die Bildung von Polartiefs wird gehemmt. Durch zurückgehende arktische Eisbedeckung werden weiter nördlich gelegene Regionen in Zukunft häufiger eisfrei und Polartiefs können sich auch dort entwickeln.

Dr. Torsten Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gkss.de/public_relations/press_releases/010324/index_0010324.html.de

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