Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasser statt Wüste: Geographen der KU forschen für nachhaltiges Umweltmanagement im Nordwesten China

15.02.2011
Forscher der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) untersuchen gemeinsam mit Wissenschaftlern von zehn weiteren Forschungseinrichtungen aus Deutschland in den kommenden fünf Jahren, wie sich im chinesischen Tarim-Becken Wasserressourcen nachhaltig nutzen und die Stabilität des dortigen Ökosystems bewahrt werden kann. Die Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit Wissenschaftlern und Behörden aus China.

Die stellvertretende Koordination des mehr als 40 Forscher umfassenden Projektteams von „SuMaRiO (Sustainable Management of River Oases along the Tarim River) liegt bei Prof. Dr. Bernd Cyffka, Professur für Angewandte Physische Geographie an der KU. Das Gesamtprojekt – angesiedelt an der Universität der Bundeswehr München (Prof. Dr. Markus Disse) - wird vom Bundesforschungsministerium mit rund 7,5 Millionen Euro gefördert, die an der KU angesiedelten Teilprojekte erhalten 625.000 Euro.

Das Tarim-Becken im Nordwesten Chinas ist 1500 Kilometer lang bzw. 600 Kilometer breit und wird größtenteils von der Taklamakan-Wüste eingenommen. Wasser ist dort ein besonders kostbares Gut und gelangt im Wesentlichen durch den Tarim-Fluss ins Tarim-Becken. Dieser speist sich wiederum wird aus Niederschlägen und Schmelzwasser aus Gletschern und Schnee der umliegenden Gebirge. „In den vergangenen fünf Jahrzehnten wurden Verteilung und Verfügbarkeit der knappen Wasserressourcen durch intensive Nutzung und Übernutzung, insbesondere durch die Landwirtschaft, stark verändert“, erklärt Professor Bernd Cyffka, der auch das Aueninstitut der KU leitet. Diese Entwicklung habe zu großen Umweltproblemen im Tarim-Becken geführt. Die natürlichen Ökosysteme und ihre ökologischen Prozesse seien massiv durch stetig steigende Wasserentnahmen für Bewässerung beeinträchtigt worden, es drohe eine weitere Ausbreitung der Wüste. Die Forscher der KU werden sich im Rahmen des Gesamtprojektes vor allem dem Dialog mit verschiedenen Interessensgruppen vor Ort, der Schutzfunktion von Auwäldern am Mittel- und Unterlauf des Tarim sowie der Artenvielfalt im Gewässer widmen. Auch der aus China stammende Prof. Dr. Ümüt Halik, derzeit im Rahmen einer Mercator-Gastprofessur der DFG an der KU tätig, wird am Projekt beteiligt sein.

Das übergeordnete Ziel von „SuMaRiO“ ist die Unterstützung des Managements von Oasen als Wasserressource am Tarim unter den Bedingungen des Klimawandels und auch des gesellschaftlichen Wandels in China. Die Forschungsergebnisse sollen in ihrer Gesamtheit unmittelbar die lokalen Entscheidungsträger bei einer wissenschaftlich fundierten, nachhaltigen Landnutzungsplanung unterstützen. „Dies dient zunächst, auch durch technische Innovationen im Bereich Bewässerungsbau, einer nachhaltigen Sicherung und Entwicklung der lokalen Landwirtschaft“, so Cyffka. Da diese aber das Rückgrat der Volkswirtschaft der Xinjiang-Provinz darstelle, seien mittelfristig auch positive Einkommens- und Beschäftigungseffekte für weitere Sektoren und somit auch für die soziale Stabilität in der Xinjiang-Provinz zu erwarten. Durch die Zusammenarbeit der deutschen Wissenschaftler mit chinesischen Fachkollegen und Entscheidungsträgern sollen die Bindungen der beiden Nationen im Bereich Entwicklung und technische Zusammenarbeit langfristig weiter gestärkt werden.

Hinweis an Medienvertreter:
Für Nachfragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an
Prof. Dr. Bernd Cyffka
Professur für Angewandte Physische Geographie
Tel.: 08421/93-1392
E-Mail: bernd.cyffka@ku-eichstaett.de

Constantin Schulte Strathaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.ku-eichstaett.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Weniger Sauerstoff – ist Humboldts Nährstoffspritze in Gefahr?
17.03.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen