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Urahn des Elefanten in Marokko entdeckt

30.07.2009
Rüsseltier-Winzling wog zu Lebzeiten nur fünf Kilogramm

Eines der ältesten modernen Huftiere und zugleich der älteste bisher entdeckte Verwandte des Elefanten lebte in Marokko.

Diese Entdeckung gelang dem Paläontologen Emmanuel Gheerbrant vom Pariser naturhistorischen Museum. Er fand in einer 60-Mio. Jahre alten Gesteinsschicht aus dem Paläozän Überreste eines Säugetiers, das den Namen Eritherium azzouzorum erhielt. Das Fossil stammt aus demselben Talkessel, in dem man auch das Phosphaterium, das fossile Wollmammut, entdeckt hat. Vor der aktuellen Entdeckung hatte dieses um fünf Mio. Jahre jüngere Tier als ältestes primitives Rüsseltier gegolten.

Das Eritherum scheint auch das kleinste bisher gefundene primitive Rüsseltier zu sein, worauf Zahnanalysen schließen lassen: Nur vier bis fünf Kilo wog der Elefanten-Urahn zu Lebzeiten. Laut Forschern erinnert der Winzling in mehreren Aspekten an andere primitive Rüsseltiere wie etwa einige bereits ausgestorbene Stammhuftier-Arten sowie auch Säugetiere anderer Gruppen wie etwa afrikanische Rüsselspringer, die noch aus dem Zeitalter des Eozäns stammen und bis heute überlebt haben. Aufgrund anatomischer Merkmale ordnet man das Tier als primitive Formen der Paenungulata zu, eine Säugetier-Gruppe zu der Rüsseltiere, Seekühe und Schliefer gehören.

Der besonders primitive Körperbau des gefundenen Fossils lässt laut seinem Entdecker Gheerbrant mehrere Rückschlüsse zu. Erstens sei das Größenwachstum der Rüsseltiere am Übergang von Paläozän zu Eozän sehr rasch vor sich gegangen. Zweitens sei dies ein Hinweis auf eine besonders schnelle Artenbildung der afrikanischen Huftiere nach dem Massensterben der Kreide-Tertiär-Grenze vor 65 Mio. Jahren, die womöglich parallel zur Besiedelung unbesetzter Nischen Afrikas durch Pflanzenfresser geschah. Besondere Bedeutung gibt man dem Fund, da viele Ursprünge moderner Säugetiere aufgrund zahlreicher "missing links" besonders im Schlüsselkontinent Afrika bisher noch im Dunkeln liegen.

Link zum Originalartikel: http://www.pnas.org/content/106/26/10717

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mnhn.fr

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